Zum Inhalt springen
Aktuelles Publikationen Chronik: Die Verfolgung der Christen in Syrien seit 2011

Die Situation der christlichen Minderheit in Syrien ist prekär

Chronik: Die Verfolgung der Christen in Syrien seit 2011

Chronik: Die Verfolgung der Christen in Syrien seit 2011
Eine Skulptur von Jesus ragt über einem Häuserdach in Syrien hervor. Viele christliche Kirchen, Symbole und Orte sind seit 2011 während des Bürgerkriegs in Syrien zerstört worden. Foto: Karasmake via iStock

Während Russland mit seiner Luftwaffe die Truppen des schiitisch geprägten syri¬schen Diktators Baschar al-Assad unterstützt, hilft die türkische Regierung als Schutzmacht der Sunniten den radikalislamistischen bewaffneten Gruppen mit Waffen und Geld. In dem Land am Bosporus können sich die Islamisten ausruhen und von dort aus nach Syrien einreisen. Auch der schiitische Iran, auf der Seite von Assad, und das sunnitische Saudi-Arabien, auf der Seite der sunnitischen Rebellion, sind in dem seit 2011 tobenden syrischen Bürgerkrieg involviert. Vor allem Angehörige der ethnischen und religiösen Minderheiten wie die christlichen Assyrer/Aramäer/Chaldäer oder Armenier, aber auch die Kurden, Turkmenen, Tscherkessen, Yeziden, Ismailiten und Drusen sind zwischen die Fronten geraten. Zusammen bilden die Minderheiten etwa die Hälfte der 24 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung Syriens und lehnen mehrheitlich die Errichtung eines „Islamischen Staates“ in ihrem Land ab.

Prekär ist die Situation der christlichen Minderheit in Syrien. Die Gesamtzahl der Christen dort liegt derzeit schätzungsweise zwischen 600.000 und 900.000, verglichen mit 1,8 Millionen vor dem Bürgerkrieg. Ab Mitte 2011, also mit dem Beginn der gewalttätigen Auseinandersetzungen, kam es vermehrt zu Übergriffen verschiedenster Art auf Christen, ihre Stadtteile und Kirchen. Insbesondere von der radikalislamistischen al-Nusra-Front gehen immer wieder Entführungen, Vertreibungen, Schändungen und Morde aus. Seit dem Erstarken des „Islamischen Staates“ (IS) hat die Verfolgung der christlichen Minderheit zudem gänzlich neue Ausmaße angenommen und findet auf noch systematischere Weise statt. Als Menschenrechtsorganisation haben wir diese Übergriffe auf Angehörige der christlichen Minderheit dokumentiert. Die wichtigsten Tendenzen stellen wir in dieser Chronik nun zur Verfügung. Dabei erheben wir natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Diese Dokumentation ist kostenlos – unsere Arbeit nicht.

Wenn Sie unsere Recherchen und die Zusammenarbeit mit bedrohten Gemeinschaften stärken möchten, freuen wir uns über Ihre Spende.

Jetzt Menschenrechtsarbeit unterstützen!

Spenden Sie jetzt für die GfbV

Einen Intervall auswählen
Spendenbetrag
Spendenbetrag