als ich zum ersten Mal von der Menschenrechtsorganisation „Gesellschaft für bedrohte Völker“ und ihrem nach meinem Vater benannten Menschrechtspreis erfuhr, war ich hoch erfreut und tief bewegt, dass seines Namens in dieser Weise gedacht werden sollte. Er hat – zunächst als Lehrer, später als Publizist und schließlich durch seine humanitäre Arbeit – einen großen Teil seines Lebens der Aufgabe gewidmet, Menschen zu helfen, selbstverantwortlich zu handeln und zu denken. Er glaubte daran, dass Menschen frei sein müssen, damit die Freiheit des Denkens möglich wird. Und deshalb hätte er die Arbeit der GfbV sicherlich außerordentlich geschätzt. Und es hätte ihn mit großer Freude erfüllt zu wissen, dass in seinem Namen heute diese tapferen und einfallsreichen Frauen aus Bosnien und dem Nordirak geehrt werden.
Ich bedauere zutiefst, dass ich nicht persönlich anwesend sein kann, aber ich entsende meine allerbesten Wünsche allen, die an dieser Zeremonie beteiligt sind, und für die Zukunft Ihrer Organisation.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Gewalt ins benachbarte Litauen. Viele überlebten nur, weil sie sich als sogenannte „Wolfskinder“ allein durchschlugen. Ihr Leid wurde lange marginalisiert. Wir präsentierrn eine neue, dreisprachige Publikation (deutsch, englisch, litauisch), die den aktuellen Forschungs- und Rezeptionsstand erstmals vergleichend im europäischen Kontext zugänglich macht.
Die GfbV engagiert sich seit 2011 für die Wolfskinder. Mit ihrer Kampagne trug sie dazu bei, dass die Bundesregierung den Betroffenen 2017 ein besonderes Kriegsfolgenschicksal attestierte und Anerkennungsleistungen beantragt werden konnten. Diese Publikation soll das Bewusstsein für die langfristigen Folgen von Krieg und Vertreibung schärfen und eine Brücke zu gegenwärtigen Debatten über Kinderrechte, humanitären Schutz und gesellschaftliche Verantwortung schlagen.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.