Göttingen/Köln
Die Nachrichten über die Gräueltaten der ISIS-Miliz im Irak verbreiten sich wie im Lauffeuer. Seit einigen Wochen stürzt die Terrorgruppe den Irak und Syrien ins Chaos. Täglich werden unschuldige Menschen, allen voran Yeziden, christliche Assyrer/Aramäer/Chaldäer, Armenier und Angehörige weiterer christlicher Kirchen sowie kurdische Shabak bedroht und aus ihren Heimatorten vertrieben. Die radikalen Extremisten haben nach der Eroberung der zweitgrößten irakischen Stadt Mossul am 9. Juni 2014 eine Offensive gegen Kurden und alle Minderheiten begonnen und Teile des Nordiraks unter ihre Kontrolle gebracht. Zwischenzeitlich hat ISIS die Gründung eines grenzübergreifenden islamischen „Kalifats“ in den besetzten Gebiten Syriens und Iraks bekannt gegeben. Hundertausende sind auf der Flucht. Ihr Ziel sind meistens die sicheren Gebiete des autonomen Irakisch-Kurdistans.
Die in Europa lebenden Kurden, aber auch Vertreter anderer Minderheiten aus dem Irak nehmen die aktuellen Entwicklungen im Irak mit großer Sorge zur Kenntnis. Ihr Ziel eines unabhängigen Kurdistans könnte die notwendige Rettung für viele Flüchtlinge im Nordirak sein. Deswegen riefen die in Deutschland und in benachbarten europäischen Länder lebenden Kurden zu einer großen Kundgebung in Köln am Sonntag, den 9. August 2014, auf. Mit dieser Veranstaltung wollten sie ihrem Appell an die Bundesregierung, die Unabhängigkeit Kurdistans zu unterstützen, Nachdruck verleihen. „Angesichts des bedrohlichen Vormarsches der islamischen Terrorgruppe ISIS und vor dem Hintergrund der Untätigkeit und Unfähigkeit der Zentralregierung in Bagdad, die Zivilbevölkerung zu schützen, ist es dringend notwendig Irakisch-Kurdistan auf dem Weg in die Unabhängigkeit zu unterstützen.“, begründeten die kurdischen Organisatoren ihre Forderung. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unterstützte den Aufruf zu dieser Menschenrechtsaktion und so reiste unser Nahostexperte am 9. August 2014 zusammen mit einem achtköpfigen Team nach Köln. Vor Ort bekamen sie Unterstützung durch den GfbV-Vorstandsvorsitzenden Feryad Omar und das Vorstandsmitglied Maria Sido. Ab 13 Uhr hatten sich circa 600 Kurden und solidarische Mitstreiter auf der Domplatte am Römerbogen versammelt und hörten eine Stunde später den Reden und Ansprachen von kurdischen Vertretern zu. Die Kundgebung verlief insgesamt sehr friedlich.
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