Im April 2019 erklärte der Yezidische Hohe Rat, dass yezidische Opfer, die unter dem „Islamischen Staat“ (IS) litten, in die Gemeinde zurückkehren dürfen. Damit bestätigte die geistliche Führung einen Paradigmenwechsel, der 2015 begann. Es wurde jedoch nachträglich spezifiziert, dass die Kinder von yezidischen Vergewaltigungsopfern, gezeugt von IS Kämpfern, nichtzurückkehren und mit der yezidischen Gemeinschaft im Nordirak zusammenleben dürften. Deshalb trennen sich derzeit Mütter gegen ihren Willen von ihren Kindern oder auch von ihrer Gemeinschaft und kehren zu den Terroristen zurück.
Diese schwierige Situation griff die Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in dem 2019 produzierten Kurzfilm „Geliebt & Geächtet“ auf und zeigten ihn in ganz Deutschland. Im Publikum waren meistens viele Yezid*innen anwesend. Es kam stets zu lebhaften Diskussionen.
Zustande kam eine Reihe von Forderungen – von und für die yezidische Gemeinde, mit dem Ziel eine Lösung für diese Kinder zu finden. Zu finden sind sie in dem Memorandum „Die Zukunft der ‚Kinder des IS‘ – Sieben Forderungen von und für die yezidische Gemeinschaft“.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Gewalt ins benachbarte Litauen. Viele überlebten nur, weil sie sich als sogenannte „Wolfskinder“ allein durchschlugen. Ihr Leid wurde lange marginalisiert. Wir präsentierrn eine neue, dreisprachige Publikation (deutsch, englisch, litauisch), die den aktuellen Forschungs- und Rezeptionsstand erstmals vergleichend im europäischen Kontext zugänglich macht.
Die GfbV engagiert sich seit 2011 für die Wolfskinder. Mit ihrer Kampagne trug sie dazu bei, dass die Bundesregierung den Betroffenen 2017 ein besonderes Kriegsfolgenschicksal attestierte und Anerkennungsleistungen beantragt werden konnten. Diese Publikation soll das Bewusstsein für die langfristigen Folgen von Krieg und Vertreibung schärfen und eine Brücke zu gegenwärtigen Debatten über Kinderrechte, humanitären Schutz und gesellschaftliche Verantwortung schlagen.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.