Dschihadisten aus der ganzen Welt versuchen, mit Gewalt eine totalitäre islamistische Ideologie durchzusetzen. Innerhalb der syrischen Opposition fällt diese teilweise auf fruchtbaren Boden.
Memorandum: Syrien: Minderheiten in Angst
# Reporte/Memoranden# Syrien
Mindestens 45 Prozent der syrischen Bevölkerung besteht aus Angehörigen ethnischer und religiöser Minderheiten. Bereits während des Assad-Regimes waren Minderheiten in Syrien Unterdrückung, Angriffen und Vertreibungen ausgesetzt. Daher waren die Anfänge der Proteste für die Minderheiten auch mit Hoffnungen verbunden. Nun haben die ethnischen und religiösen Minderheiten Syriens jedoch Anlass zu befürchten, dass es ihnen in einem neuen Syrien kaum besser ergehen wird. Denn heute sind die syrischen Minderheiten mit einer neuen Bedrohung konfrontiert. Dschihadisten aus der ganzen Welt versuchen, mit Gewalt eine totalitäre islamistische Ideologie durchzusetzen. Innerhalb der syrischen Opposition fällt diese teilweise auf fruchtbaren Boden.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) veröffentlicht heute das Dossier „Beiträge zum Völkerstrafrecht von Claus Kreß“. Die darin gesammelten Texte setzen sich mit den gravierenden Angriffen auf das internationale Völkerrecht der vergangenen Jahre auseinander. Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung, erklärt zur Bedeutung der Publikation: „Das ‚Recht des Stärkeren‘ droht sich durchzusetzen, das Völkerrecht gerät aus den Fugen. Der Schutz der Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit, die eigentlich der Maßstab für das Handeln der Regierenden sein sollten, bleiben zunehmend auf der Strecke.“