Wie Indigene ihre bedrohten Sprachen verteidigen (Menschenrechtsreport Nr. 87)
Sprache: Ein Menschenrecht
MEnschenrechtsreport Nr. 87
# Menschenrechtsreport# Reporte/Memoranden
Der Menschenrechtsreport dokumentiert die aktuelle Situation indigener Sprachen, ihre Bedrohung und den Einsatz Indigener, ihre Sprachen zu bewahren.
Von den weltweit 7.000 Sprachen ist ein Großteil akut bedroht. 4.000 Sprachen werden von den 370 Millionen Indigenen der Erde gesprochen. Die Mehrheit der indigenen Sprachen wird mündlich überliefert und ist damit besonders gefährdet, auszusterben. Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts nur noch 3.000 Sprachen existieren werden.
Dabei ist der Schutz von indigenen Sprachen fester Bestandteil des Völkerrechts. Die Kluft zwischen Völkerrecht und Alltagsrealität ist riesig: Indigene Sprachen sind im öffentlichen Leben kaum präsent, gesellschaftlich marginalisiert und werden oft nur im Privaten gesprochen
Tiefverankerter Alltagsrassismus, der auf kolonialen Strukturen aufbaut, ist das zentrale Grundproblem. Das Verschwinden indigener Sprachen ist nur ein Indikator unter vielen, der die Marginalisierung indigener Völker aufzeigt.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Gewalt ins benachbarte Litauen. Viele überlebten nur, weil sie sich als sogenannte „Wolfskinder“ allein durchschlugen. Ihr Leid wurde lange marginalisiert. Wir präsentierrn eine neue, dreisprachige Publikation (deutsch, englisch, litauisch), die den aktuellen Forschungs- und Rezeptionsstand erstmals vergleichend im europäischen Kontext zugänglich macht.
Die GfbV engagiert sich seit 2011 für die Wolfskinder. Mit ihrer Kampagne trug sie dazu bei, dass die Bundesregierung den Betroffenen 2017 ein besonderes Kriegsfolgenschicksal attestierte und Anerkennungsleistungen beantragt werden konnten. Diese Publikation soll das Bewusstsein für die langfristigen Folgen von Krieg und Vertreibung schärfen und eine Brücke zu gegenwärtigen Debatten über Kinderrechte, humanitären Schutz und gesellschaftliche Verantwortung schlagen.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.