im Namen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appelliere ich an Sie und an die gesamte deutsche Bundesregierung, jetzt auf Kurden und andere Minderheiten in der Türkei zuzugehen, die dortige Demokratiebewegung zu stärken und in Deutschland inhaftierte kurdische Aktivisten zu amnestieren.
Der Wahlerfolg der prokurdischen HDP (Demokratische Partei der Völker) bei den Parlamentswahlen in der Türkei ist beeindruckend: Der türkische Staatspräsident Recep Tayyib Erdogan kann nun nicht mehr allein regieren. Die Kurden, Aleviten, Yeziden, Assyrer/Aramäer und andere Minderheiten haben so einen konstruktiven Beitrag zur Beruhigung der angespannten Lage im Nahen Osten geleistet.
Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, ganz konkret an der Lösung der Kurden- und Minderheitenproblematik in der Türkei mitzuarbeiten und die HDP auf ihrem friedlichen, demokratischen Weg zu bestärken und zu unterstützen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Gewalt ins benachbarte Litauen. Viele überlebten nur, weil sie sich als sogenannte „Wolfskinder“ allein durchschlugen. Ihr Leid wurde lange marginalisiert. Wir präsentierrn eine neue, dreisprachige Publikation (deutsch, englisch, litauisch), die den aktuellen Forschungs- und Rezeptionsstand erstmals vergleichend im europäischen Kontext zugänglich macht.
Die GfbV engagiert sich seit 2011 für die Wolfskinder. Mit ihrer Kampagne trug sie dazu bei, dass die Bundesregierung den Betroffenen 2017 ein besonderes Kriegsfolgenschicksal attestierte und Anerkennungsleistungen beantragt werden konnten. Diese Publikation soll das Bewusstsein für die langfristigen Folgen von Krieg und Vertreibung schärfen und eine Brücke zu gegenwärtigen Debatten über Kinderrechte, humanitären Schutz und gesellschaftliche Verantwortung schlagen.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.