Anlässlich des Internationalen Tags der Roma hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gemeinsam mit der Harvard Law School, dem Bundes Roma Verband, der Voice of Roma, Ashkali and Egyptians …
Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Roma erneuert die Gesellschaft für bedrohte Völker ihre Kritik an der diskriminierenden Behandlung der Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter, die in bleiversuchten Flüchtlingslagern im Kosovo leben mussten. Seit zehn Jahren lavieren sich die zuständigen Institutionen aus der Verantwortung. Sie wollen die 600 Betroffenen nicht entschädigen, obwohl sie für deren Leid eindeutig verantwortlich sind.
Schon früh hatte die GfbV den Verdacht, dass die fünf Camps in Nord Mitrovicë/Mitrovica ganz in der Nähe einer Bleischmelzanlage extrem verseucht waren, öffentlich gemacht und eine Evakuierung der Lager gefordert. Foto: Roma-Mädchen Sarah Jahirovic (2008) Foto: Bernard Sulivan.
Kosovo: Hoffnung für bleivergiftete Flüchtlinge
In einem Schreiben an UN-Generalsekretär António Guterres haben 55 Europa-Abgeordnete Entschädigung für Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter gefordert, die nach dem Kosovo-Krieg 1999 von den Vereinten Nationen in bleiverseuchten Flüchtlingslagern untergebracht worden waren und deshalb ernsthaft erkrankt sind. Das Engagement der Parlamentarier gibt den Opfern des unverantwortlichen Umgangs der UN mit diesen Flüchtlingen Hoffnung auf Gerechtigkeit und endlich angemessene medizinische Hilfe.
Am 6. März wird die Menschenrechtsorganisation eine Dokumentation über Gesundheitsprobleme ehemaliger Lagerinsassen und ihrer Kinder vorlegen. Foto: GfbV
UN sollen Roma-Flüchtlinge entschädigen
Der Verdacht, dass Roma-Flüchtlinge im Kosovo durch die Unterbringung in Flüchtlingslagern der Vereinten Nationen (UN) auf bleiverseuchtem Grund gesundheitliche Langzeitschäden davongetragen haben, erhärtet sich nach Erkenntnissen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).
Wir wünschen uns von Gabriel, dass er Menschlichkeit zeigt, sich dieser Ärmsten der Armen annimmt und ihre Lage bei den Gesprächen mit der Kosovo-Regierung zum Thema macht. Foto: SPD Saar via Flickr
Bundesaußenminister auf dem Westbalkan
Anlässlich der Westbalkan-Reise von Außenminister Sigmar Gabriel weist die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die desolate Lage der Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter im Kosovo hin.
Die GfbV-Referentin für Südosteuropa, Jasna Causevic, mit den Mitgliedern einer bleivergifteten Roma-Familie im Jahr 2006. Foto: GfbV-Archiv
UN-Generalsekretär Guterres soll Verantwortung übernehmen
Die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) hat dringend an UN-Generalsekretär Antonio Guterres appelliert, die Roma, Aschkali und Kosovo-Ägypter, die in bleiverseuchten Flüchtlingscamps der Vereinten Nationen (UN) im Kosovo 1999 bis 2012 schwere Gesundheitsschäden davongetragen haben, zu entschädigen.
Es ist an der Zeit, dass 25 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention durch Deutschland die Rechte aller Kinder uneingeschränkt gelten – egal, wo die Kinder oder ihre Eltern herkommen. Foto: pixabay.com
In Deutschland haben nicht alle Kinder die gleichen Rechte
Auch nach 25 Jahren UN- Kinderrechtskonvention müssen Kinder für ihre Rechte in Deutschland kämpfen.
Die Bundesregierung hatte zum Weltflüchtlingstag Opfern von Flucht und Vertreibung gedacht, doch gleichzeitig werden Roma-Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, in den Kosovo abgeschoben. Das ist für uns nicht hinnehmbar! Deswegen demonstrierten wir während der Feierstunde vor dem Gebäude.
Entwurzelt nicht „unsere“ Roma-Kinder!
Während der Feierstunde der Bundesregierung zum Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung im Deutschen Historischen Museum am Montag in Berlin haben wir gemeinsam mit langjährig geduldeten Roma aus dem Kosovo gegen die geplante Abschiebung dieser Minderheitenangehörigen protestiert.
"Angesichts ihrer unerträglichen Situation und eingedenk der Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma durch das NS-Regime fordern wir die Bundesregierung und die Bundesländer auf, die nur rund 4.400 langjährig in Deutschland geduldeten Roma aus dem Kosovo als Kontingent bei uns aufzunehmen und so ein Zeichen des guten Willens für diese existenziell bedrohte Minderheit zu setzen." Tilman Zülch, Präsident der GfbV International
Menschenrechtler mahnen mit Aktion in Berlin: Abschiebung langjährig geduldeter Flüchtlinge ist Vertreibung!
Aktion vor dem Deutschen Historischen Museum in Berlin: „Unsere“ Roma-Kinder dürfen nicht entwurzelt werden!