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Mit der Entsendung von mehr Soldaten allein ist Afghanistan nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) nicht geholfen. „Das Mandat der Friedenstruppe muss erweitert und ein klarer Zeitplan zur Befriedung Afghanistans vorgelegt werden“, forderte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen, nachdem NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer am Morgen in Kabul die Entsendung von 10.000 zusätzlichen NATO-Soldaten angekündigt hatte.
Die Willkürherrschaft der Warlords, die für Afghanistan heute ein größeres Sicherheitsproblem darstellen als die Taliban, dürfe nicht länger von internationalen Friedenstruppen gestärkt werden, sagte Delius. Vier Jahre nach Beginn der US-Intervention sei Afghanistan noch weit von der damals versprochenen Stabilität, Frieden und Demokratie entfernt. Am 7. Oktober 2001 hatten die US-amerikanischen und die britischen Streitkräfte Luftangriffe auf Stellungen der Taliban in Afghanistan aufgenommen, die beschuldigt wurden, das El Kaida-Terrornetzwerk aktiv unterstützt zu haben. Die Bombardements beschleunigten den Sturz der Taliban, die sich am 13. November 2001 vor den heranrückenden Truppen der oppositionellen Nord-Allianz aus der Hauptstadt zurückzogen.
Statt planlos immer mehr Soldaten nach Afghanistan zu senden, müsse jetzt kritisch Bilanz gezogen werden. „Nur allein Präsenz in Afghanistan zu zeigen, löst keines der großen Sicherheitsprobleme des Landes“, warnte Delius. Die jüngste Stärkung der lokalen Kriegsfürsten in den Parlamentswahlen sei alarmierend. Die Friedenstruppen dürften das Erstarken der Warlords nicht länger ignorieren, sondern müssten gemeinsam über Konzepte beraten, wie der Einfluss der lokalen Kriegsfürsten eingeschränkt und staatliche Autorität für die Regierung in Kabul im ganzen Land hergestellt werden könne.

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