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Bosnien: Überprüfung der 19.473 Mittäter von Srebrenica und Suspendierung aller beteiligten Staatsangestellten gefordert – Polizeichef der Republika Srpska muss abgesetzt werden
Eine internationale Sonderkommission muss die 19.473 Serben aus Serbien und Bosnien, die direkt oder indirekt am Massaker von Srebrenica 1995 beteiligt waren, überprüfen und endlich diejenigen aus dem Dienst suspendieren, die noch immer unbehelligt öffentliche Ämter ausüben. Diese Forderung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) am Mittwoch erhoben, nachdem die für die Untersuchung des Massakers zuständige Regierungskommission und Arbeitsgruppe am Dienstag eine Liste mit den Namen der Beteiligten vorgelegt haben. Außerdem forderte die Menschenrechtsorganisation, deren bosnische GfbV-Sektion Büros in Sarajevo und Srebrenica unterhält, dringend die sofortige Amtsenthebung des heutigen Polizeichefs der serbischen Teilrepublik Bosnien-Herzegowinas, Dragan Andan. Er war ein enger Mitarbeiter des für die Massenerschießungen in Srebrenica hauptverantwortlichen serbischen Generals, Ratko Mladic.
„Die Opferverbände der Frauen von Srebrenica haben kein Vertrauen, dass die Staatsanwaltschaft Bosnien-Herzegowina und das UN-Tribunal in Den Haag schnell und unbürokratisch gegen die Täter vorgehen“, berichtete der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch. „Sie gehen davon aus, dass wie bisher nur ganz wenige der Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werden und dass die Stadt Srebrenica, die umgehende Drina-Region und die serbisch kontrollierte Hälfte Bosniens weiterhin von den Tätern dominiert werden. Immerhin ist es ein Fortschritt, dass die achtköpfige Arbeitsgruppe der Regierung zur Untersuchung des Massakers eingestanden hat, dass sich eine große Zahl von Angehörigen der Armee und der Spezialeinheiten des Innenministeriums Serbiens (MUP) an dem Verbrechen beteiligt haben.“ Der Arbeitsgruppe gehören sieben serbisch-bosnische Persönlichkeiten und der renommierte bosnisch-muslimische Genozidforscher Smail Cekic an.
Inzwischen sind die Namen von 8.106 bosniakische Männern und Jugendlichen bekannt, die im Juli 1995 von serbischen Einsatztruppen ermordet wurden. „Die rund 4.500 Rückkehrer von Srebrenica, die fast alle Angehörige durch das Massaker verloren haben, können nur zur Ruhe kommen, wenn die Täter zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Zülch. Nach Schätzungen der GfbV bekleiden noch immer bis zu 500 Personen im heute serbisch-kontrollierten Ostbosnien öffentliche Positionen.

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