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Aktuelles News & Artikel Die Situation der Roma, Aschkali und „Ägyter im Kosovo“

Hintergrund Kosovo

Die Situation der Roma, Aschkali und „Ägyter im Kosovo“

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

In Südost-Europa leben zehn Millionen Roma, vielfach verelendet, verachtet oder sogar verfolgt. Für amerikanische Journalisten sind sie die „Schwarzen“ Europas. Seit dreißig Jahren hat die GfbV dort Roma-Gemeinschaften unterstützt. So hatte unsere verstorbene Roma-Koordinatorin Katrin Reemtsma eine Reihe von GfbV-Länderreporten publiziert und Projekte für Roma vermittelt.

Seit dem Kosovokrieg und der Rückkehr von einer Million albanischen Flüchtlingen und Vertriebenen wenden sich albanische Nationalisten gegen die Minderheiten. Nach GfbV-Recherchen zerstörten sie 75 Siedlungen der Roma, Aschkali und „Ägypter“ und 14 000 von 19 000 ihrer Häuser. Fast 90 Prozent der Angehörigen dieser Minderheiten mussten das Land verlassen. Im Spätsommer 1999 sandten wir den ersten Report über diese Massenvertreibung, zusammengestellt von Tilman Zülch und Paul Polansky, versehen mit einem Appell von Günter Grass, an Außenminister Joschka Fischer. Seither ist der amerikanische Journalist und Schriftsteller Polansky mit Unterbrechungen für die GfbV in Kosovo tätig. Gerade ist ein neuer Report entstanden, in dem die Ergebnisse der Erhebungen des GfbV-Rechercheteams nachgelesen werden können. Noch immer flüchten mehr Angehörige der Roma-Minderheiten aus dem Land als zurückkehren. Polansky leitet das GfbV-Recherche-Team, dem die drei Roma Miradija (Dija) Gidzic, Dzafer (Jacky) Buzoli und Hisen Gashjnani angehören.

Miradija Gidzic (21) führte für die GfbV über 600 Interviews mit Roma-/Aschkali- und „Ägypter“-Frauen im Kosovo. Sie dokumentierte ihre prekäre Situation und unterstützte sie mit bescheidener humanitärer Hilfe. Ihre Interviews zeigten, dass gerade Frauen am meisten unter der Notlage ihrer Familien und der schlechten Versorgungssituation leiden und Unglaubliches leisten müssen, um ihre Kinder und manchmal auch invalide Angehörige und Kranke versorgen zu können. Das GfbV-Team beobachtete, dass die Frauen im Vergleich zu den Männern flexibler und eher gewillt sind, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern. Viele interessante Ergebnisse, die diese Interviews zu Tage brachten, verriet uns Miradija Gidzic in einem Interview mit der GfbV-Südosteuropareferentin Jasna Causevic am 11.Oktober 2003 während ihres Besuches in Deutschland.

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