Zum Inhalt springen

Algerien

Blauer Pfeil

Algerien ist das größte Land Afrikas. Mit fast 2,4 Millionen Quadratkilometern ist es mehr als sechsmal so groß wie Deutschland. Rund 80 Prozent der Landfläche sind Wüstengebiet der Sahara und nur dünn besiedelt. In Algerien leben etwa 47 Millionen Menschen (Stand 2025). 

Algerien: Minderheit der indigenen Amazigh 

Die meisten Algerier*innen sollen von den ((Amazigh)), der indigenen Bevölkerung Nordafrikas, abstammen. 70 Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich allerdings als Araber*innen. Die restlichen 30 Prozent gehören offiziell verschiedenen Amazigh-Gemeinschaften an. 

Die Staatsreligion ist der sunnitische Islam, zu dem sich zwischen 98 und 99 Prozent der Bevölkerung bekennen. Es gibt jedoch sowohl eine kleine christliche als auch eine jüdische Minderheit. In Deutschland leben etwa 25.000 Menschen mit algerischer Staatsbürgerschaft (Stand 2023).

Ohne starke Verbündete ist unsere Arbeit nicht möglich!

Ihre Spende sorgt dafür, dass wir Betroffene vor Ort stärken, Missstände dokumentieren und politischen Druck aufbauen können – konsequent, unabhängig und solidarisch.

Jeder Euro zählt – jeder Euro schützt.

Spenden Sie jetzt für die GfbV

Einen Intervall auswählen
Spendenbetrag
Spendenbetrag

Menschenrechte in Algerien stark eingeschränkt

Die Menschenrechtslage in Algerien ist trotz einiger Gesetzesänderungen, wie beispielsweise dem Verbot der Zwangsheirat im Jahr 2005 und der offiziellen Anerkennung der Amazigh-Sprache Tamazight im Jahr 2016, schlecht. Eine Einhaltung internationaler Mindeststandards für Menschen- und Minderheitenrechte ist nicht gegeben. Das algerische Familienrecht diskriminiert Frauen weiterhin systematisch, beispielsweise bei einer Erbschaft oder Scheidung. Minderheiten wie die indigenen Amazigh werden kriminalisiert. Seit 2019 ist das Zeigen der Amazigh-Flagge bei öffentlichen Protesten verboten. 

Das Recht auf Versammlungsfreiheit wird immer wieder stark eingeschränkt. Zum Beispiel durch das Verbot von Symbolen der Demokratisierungsbewegung. Auch die Religionsfreiheit und das Recht auf Vereinigungsfreiheit werden immer wieder eingeschränkt. Gegen oppositionelle und zivilgesellschaftliche Gruppen wird hart vorgegangen, Kirchen werden geschlossen. Auch der Umgang mit politischen Gefangenen ist besorgniserregend. 2019 starb der bekannte Menschenrechtler Dr. Kamel Eddine Fekhar nach einem Hungerstreik in Haft.

Die GfbV macht immer wieder auf die Missstände in Algerien aufmerksam und setzt sich für die Rechte der verschiedenen Amazigh-Gemeinschaften ein.

Stand: März 2026

Autor: Dr. Kamal Sido
Redaktion: Sarah Neumeyer

Wofür wir uns einsetzen

Minderheiten & Indigene Völker stärken:
Wir setzen uns weltweit für bedrohte Gemeinschaften ein – für Selbstbestimmung, Schutz und Teilhabe.

Menschenrechtsverletzungen sichtbar machen:
Wir dokumentieren Unrecht, benennen es klar und bringen es in Öffentlichkeit, Politik und Medien. Sichtbarkeit schafft Schutz.

Völkermord verhindern & Menschen schützen:
Wir erkennen Risiken frühzeitig, warnen vor Eskalationen und setzen uns entschlossen für den Schutz der Zivilbevölkerung ein. Gewalt beenden, für Gerechtigkeit und Versöhnung.

Menschenrechte für alle durchsetzen: Wir sind solidarisch mit Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und stärken sie. Wir arbeiten für eine Politik ohne Doppelmoral, die Menschenrechte für alle garantiert. Solidarität und klare Haltung für Menschenrechte weltweit!

Ihr Ansprechpartner

Kamal Sido

Dr. Kamal Sido

Referent für Nahost

E-Mail: k.sido@gfbv.de

Telefon: +49 551 / 49906-18

Aktuelles zum Thema

Hintergründe

Keine Ergebnisse

Publikationen zum Thema

Neues Faktenpapier zu Myanmar/Burma online
© Death to the Stock Photo

Neues Faktenpapier zu Myanmar/Burma online

Gemeinsam mit Brot für die Welt, der Burma-Initiative der Stiftung Asienhaus, Human Rights Watch, MISEREOR, terre des hommes und der Welthungerhilfe hat die Gesellschaft für bedrohte Völker ein 14-seitiges Faktenpapier zu Myanmar/Burma erstellt.

# Infomaterial# Reporte/Memoranden

Mehr

Freiheit für Sadiq Kabudvand und alle politischen Gefangenen im Iran!

Freiheit für Sadiq Kabudvand und alle politischen Gefangenen im Iran!

„Freiheit für den Menschenrechtler Sadiq Kabudvand! Freiheit für alle politischen Gefangenen im Iran!“ Unter diesem Motto haben wir gemeinsam mit IGFM, Karamat e.V. und der IOPHRI am 1. Juli 2015 für Glaubensfreiheit und Menschenrechte vor dem Generalkonsulat der Islamischen Republik Iran in Frankfurt/Main demonstriert.

# Infomaterial# Reporte/Memoranden

Mehr

Königin Elisabeth II zu Besuch in Deutschland (23.bis 26. Juni)
© Kurt Weber

Königin Elisabeth II zu Besuch in Deutschland (23.bis 26. Juni)

Mit von Didgeridoo-Musik begleiteten, bunten Kundgebungen und anderen Aktionen haben wir gemeinsam mit dem „Berlin Aboriginal Solidaritätsnetzwerk“ während des Besuchs von Queen Elisabeth II. in Berlin auf die schwierige Lage der Aboriginal Australians aufmerksam gemacht.
Wir appellierten an die englische Königin, sich als Oberhaupt des Commonwealth für das Recht der australischen First Nations auf Land und Selbstbestimmung auszusprechen

# Infomaterial# Reporte/Memoranden

Mehr

Zum Thema aus unserer Zeitschrift

330 Der Mensch und die Natur: Umweltzerstörung und Naturschutz bedrohen indigene Völker

330 Der Mensch und die Natur: Umweltzerstörung und Naturschutz bedrohen indigene Völker

Zur Ausgabe

329 Krieg und Frieden: Minderheiten in Konflikten

329 Krieg und Frieden: Minderheiten in Konflikten

Zur Ausgabe

328 Sprache ist Macht: Rettet die Sprachen!

328 Sprache ist Macht: Rettet die Sprachen!

Zur Ausgabe