Saudi-Arabien ist mit einer Fläche von 2,15 Millionen Quadratkilometern rund sechsmal so groß wie Deutschland. Das Land besteht jedoch vor allem aus Wüsten. Die Mehrheit der Bevölkerung (insgesamt etwa 35 Millionen) ist arabischer Abstammung, die übrigen rund zehn Prozent setzen sich größtenteils aus afrikanischen und asiatischen Gastarbeiter*innen zusammen (Stand: 2025).
Die Staatsreligion ist der sunnitische Islam wahhabitischer Prägung, dem etwa 80 Prozent der Bevölkerung angehören. Etwa 15 Prozent sind Schiiten. Es gibt auch eine christliche Minderheit, vor allem Gastarbeiter*innen aus Südostasien, sowie etwa eine Million Ismailit*innen, die im Süden des Landes an der Grenze zum Jemen in der Region Nadschran ansässig sind.
Der wahhabitische Islam wird häufig als ideologische Grundlage zahlreicher islamistischer Terrororganisationen wie Al-Qaida und dem Islamischen Staat (IS) angesehen.
Mohammed bin Salman (MBS) wurde Jahr 2017 zum Kronprinz ernannt. Zuvor war er ab 2015 Verteidigungsminister.
Menschenrechtslage in Saudi-Arabien
Die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien ist besorgniserregend. Besonders die Religions- und Meinungsfreiheit sowie die Rechte von Frauen sind stark eingeschränkt.
Obwohl der neue Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) nach seiner Ernennung im Jahr 2017 eine Phase der Öffnung des Landes einleitete und sich das Land von der Unterstützung islamistischer Gruppen weltweit distanzierte, sind viele Grundrechte wie die Pressefreiheit weiter eingeschränkt.
Die schiitische Bevölkerung des Landes, die vor allem in den erdölreichen Gebieten im Osten des Landes in der Provinz Ash-Sharqiyya lebt, wird diskriminiert und verfolgt. Auch die religiöse Minderheit der Ismailit*innen wird diskriminiert. Arbeitsmigrant*innen aus Südasien, Ägypten und den Philippinen werden im Gegensatz zu Staatsbürger*innen benachteiligt. Insbesondere christliche Migrant*innen können ihren Glauben nicht frei ausüben.
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Im Zusammenhang mit der Militärintervention und der weitreichenden Einmischung im benachbarten Jemen im Jahr 2015 kritisierte die GfbV die Politik Saudi-Arabiens und organisierte mehrmals Mahnwachen vor der saudi-arabischen Botschaft in Berlin mit der Forderung, die Militärintervention im Jemen und ihre katastrophalen Konsequenzen für die Zivilbevölkerung zu beenden. In Appellen und Mahnwachen informierten wir die Öffentlichkeit außerdem über die deutsche Verantwortung im Hinblick auf Rüstungsexporte und forderten die Bundesregierung auf, keine Waffen mehr an Saudi-Arabien zu liefern.
GfbV fordert Gleichberechtigung und Glaubensfreiheit
Die GfbV fordert Gleichberechtigung für die Schiit*innen in Saudi-Arabien, Glaubensfreiheit für Christ*innen, insbesondere für christliche Arbeitsmigrant*innen, sowie die vollständige Gleichberechtigung von Mann und Frau, sowie die Abschaffung der Todesstrafe.
Die GfbV fordert die Bundesregierung auf, sich gegenüber Saudi-Arabien stärker für eine unabhängige Berichterstattung einzusetzen.
Stand: Mai 2026
Autor: Dr. Kamal Sido Redaktion: Sarah Neumeyer
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Völkermord verhindern & Menschen schützen: Wir erkennen Risiken frühzeitig, warnen vor Eskalationen und setzen uns entschlossen für den Schutz der Zivilbevölkerung ein. Gewalt beenden, für Gerechtigkeit und Versöhnung.
Menschenrechte für alle durchsetzen: Wir sind solidarisch mit Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und stärken sie. Wir arbeiten für eine Politik ohne Doppelmoral, die Menschenrechte für alle garantiert. Solidarität und klare Haltung für Menschenrechte weltweit!
Uiguren droht in China Folter – GfbV und WUC verurteilen Abschiebung aus Deutschland
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und der Weltkongress der Uiguren (WUC) verurteilen die Abschiebung des 21-jährigen Uiguren Arafat Adil aus Deutschland nach China. Die Abschiebung verstößt gegen das Verbot von Abschiebungen in Folterstaaten, betonen die Organisationen. Die Verfolgung der Uiguren in der Region Ostturkestan/Xinjiang wird von den USA als Völkermord und vom Europäischen Parlament als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft. Aus dem Ausland rückkehrende Uiguren gelten als besonders gefährdet.
Jahrestag der Gründung der kurdischen Universität Afrîn (26.7.): Zerstörung kurdischen Lebens in Nordsyrien dauert an
Vor elf Jahren wurde in der kurdischen Region Afrîn die erste kurdische Universität Syriens gegründet. Zu ihrem Gründungstag am 26. Juli erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an ihre Zerstörung durch den türkischen Staat und dessen andauernde Verbrechen in Nordsyrien. „Nur drei Jahre nach ihrer Gründung wurde die Universität nach der völkerrechtswidrigen Besatzung Afrîns durch die Türkei geschlossen und zum Teil zerstört. Ihr Schicksal steht symbolisch für die Zerstörung und Verdrängung der kurdischen Kultur und Sprache in Afrin unter türkischer Besatzung“, sagt Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV.
27 Jahre Verfolgung von Falun Gong: GfbV verurteilt Ausweitung chinesischer Repression ins Ausland
Seit dem 20. Juli 1999 werden Falun-Gong-Praktizierende in China systematisch verfolgt, inhaftiert, gefoltert sowie zu Zwangsarbeit und Umerziehung gezwungen. Zudem bestehen seit Jahren belastbare Hinweise für staatlich organisierten Organraub an inhaftierten Falun-Gong-Praktizierenden.
Schiffskatastrophen vor Myanmar: GfbV fordert Schutz für Rohingya
Die mutmaßlich mehr als 500 Toten und Vermissten nach zwei Schiffskatastrophen vor Myanmar zeigen nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) das Versagen der internationalen Gemeinschaft beim Schutz der Rohingya. Die Menschenrechtsorganisation fordert die Bundesregierung auf, ihre Kürzungen der humanitären Hilfe zurückzunehmen und sich stärker für den Schutz der Rohingya einzusetzen.
Iran: Militärische Eskalation verschärft die Lage der Minderheiten
Das erneute Aufflammen der Angriffe der USA auf das brutale Mullah-Regime im Iran verschärft nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die ohnehin schwierige Lage der Minderheiten im Iran. „In den letzten Wochen hat das Regime seine militärische Präsenz in den kurdischen und belutschischen Gebieten mindestens verdoppelt. Das Ziel der verstärkten Militärpräsenz ist es, den Widerstand der Kurden und Belutschen zu brechen und einen möglichen Aufstand im Keim zu ersticken“, sagt Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV.
Ein Jahr nach den Massakern: Drusen in Syrien bleiben akut bedroht
Ein Jahr nach dem Beginn der genozidalen Massaker an der drusischen Bevölkerung in Syrien am 13. Juli 2025 warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor neuen Angriffen auf die Religionsgemeinschaft und fordert einen Abschiebestopp für Drusen und andere Minderheiten. „Das Drusengebiet im Süden des Landes wird weiterhin angegriffen, Menschen werden entführt und eingeschüchtert. Die Region ist weitgehend abgeriegelt“, berichtete der GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido heute in Göttingen.
Memorandum – Türkei: Das Vorgehen gegen Exilant*innen
Die transnationale Verfolgung durch den türkischen Staat hat die GfbV in einem neuen Memorandum aufgearbeitet: „Türkei: Das Vorgehen gegen Exilant*innen: Transnationale Unterdrückung in Deutschland…
„A Children’s Emergency – Report on children affected by and conceived in the genocide against the Rohingya“
GfbV-Report zum Jahrestag des Genozids an den Rohingya (25.8.):
• „A Children’s Emergency – Report on children affected by and conceived in the genocide against the Rohingya“
• Beleuchtet die Lage von Kindern, die im Genozid Verbrechen erlebt haben
• Berichtet über tausende Babys, die infolge von Vergewaltigungen geboren wurden
• Hunderttausende Kinder in überfüllten Flüchtlingslagern