Zum Inhalt springen
Unsere Menschenrechtsarbeit Projekte & Themen Schutz für Menschenrechtsverteidiger*innen

Schutz für Menschenrechtsverteidiger*innen

Blauer Pfeil

Die Gesellschaft für bedrohte Völker arbeitet weltweit mit Menschenrechtsverteidiger*innen zusammen und erarbeitet mit ihnen gemeinsam Maßnahmen zu ihrem Schutz. Aktivist*innen, die sich mit friedlichen Mitteln für die Förderung und den Schutz von Menschenrechten einsetzen, sind aufgrund ihres Einsatzes oft großen Gefahren ausgesetzt. Sie dokumentieren Menschenrechtsverbrechen und klagen diese vor Gericht an, sind Fürsprecher*innen für ihre verfolgte Gemeinschaft und informieren Medien und Politik. 

Offiziell verwendet wurde der Begriff Menschenrechtsverteidiger*in erstmals 1998 in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern. Jeder Mensch hat der Erklärung zufolge das Recht, die Menschenrechte zu verteidigen. Die Erklärung fordert alle Staaten der Vereinten Nationen dazu auf, Menschenrechtsverteidiger*innen zu schützen und betont deren besondere Situation. Ausgehend von der Erklärung wurde zwei Jahre später das Amt des*der UN-Sonderberichterstatter*in für Menschenrechtsverteidiger*innen geschaffen. Denn diese brauchen oft besonderen Schutz. In vielen Staaten werden sie verfolgt, kriminalisiert, willkürlich verhaftet, misshandelt oder sogar ermordet. Wenn sie zudem einer Minderheit angehören oder über bestimmte Diskriminierungsmerkmale verfügen, sind sie meist noch stärker gefährdet. Diese Bedrohung hat viele Facetten und kann dabei sowohl von nicht staatlichen als auch von staatlichen Akteuren ausgehen. Im Jahr 2024 wurden  mindestens 324 Menschenrechtsverteidiger aus 32 verschiedenen Ländern getötet, berichtet die NGO Front Line Defenders.

Der indigene Aktivist Benki Piyãko stellt sich seit Jahren mutig der Holzmafia im brasilianischen Regenwald entgegen. Für seinen Einsatz ist er zur Zielscheibe geworden und hat bereits einen Mordanschlag überlebt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat es möglich gemacht, dass er anwältlichen und physischen Schutz erhalten hat. Dadurch kann er in relativer Sicherheit leben und politisch ohne Angst aktiv sein.

Helfen Sie mit, Aktivist*innen zu schützen!

Das gelingt nur durch konsequentes Engagement. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie langfristigen Schutz für gefährdete Menschenrechtsverteidiger*innen. Tragen Sie bei, um:

  1. Aktivist*innen vor Gewalt und Einschüchterung zu schützen
  2. Menschenrechtsverletzungen öffentlich zu machen
  3. Gemeinschaften zu stärken, die unter Druck stehen

Spenden Sie jetzt für die GfbV

Einen Intervall auswählen
Spendenbetrag
Spendenbetrag

Gefährdung von Menschenrechtsverteidiger*innen

In vielen Regionen hat sich die Situation für Menschenrechtsverteidiger*innen in den letzten zehn Jahren verschlechtert. Das hängt mit der Zunahme autoritärer Staaten und deren Bestreben zusammen, die Räume für zivilgesellschaftliches Handeln zu minimieren. Denn zivilgesellschaftliche Einzelpersonen und Gruppen benötigen ein Umfeld, in dem sie frei und ohne politische Einflussnahme agieren können. Wenn dieses Umfeld nicht da ist, sind Menschenrechtsverteidiger*innen in Gefahr: Staatliche und nicht staatliche Akteure wenden neue Techniken und Formen der Repression an, zu denen Diffamierungskampagnen in den Medien, Mobbing in sozialen Medien und Blogs oder die Überwachung der Kommunikation gehören. So sollen Menschenrechtsverteidig*innen eingeschüchtert und letztlich mundtot gemacht werden. Nationale Sicherheitsgesetze und die Einschränkung der Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit legen zudem den Grundstein dafür, den Einsatz für Menschenrechte unter Strafe zu stellen und diese Arbeit mit legalen Mitteln in Misskredit zu bringen.

Aktivist*innen, die aufgrund von Repressionen, Einschüchterung oder Drohungen ins Exil geflohen sind, sind auch dort nicht immer sicher. ((Transnationale Repression)) über die Landesgrenzen hinaus ist ein zunehmendes Problem.

Bekanntheit als Schutz für Menschenrechtsverteidiger*innen

Als Gesellschaft für bedrohte Völker setzen wir uns seit vielen Jahrzehnten dafür ein, dass Menschenrechtsverteidiger*innen geschützt werden. Ohne sie könnten auch wir häufig keine Informationen über die Lage vor Ort bekommen. Öffentlichkeit und ein höherer Bekanntheitsgrad können vor Übergriffen und Repression schützen. Daher laden wir Menschenrechtsverteidiger*innen dazu ein, vor den UN zu sprechen, organisieren Delegationsreisen nach Deutschland, bringen sie mit Mitgliedern des Bundestags und mit Verantwortlichen in Ministerien zusammen und bemühen uns darum, dass sie für ihren mutigen, selbstlosen Einsatz mit Preisen ausgezeichnet werden.

Stand: Mai 2026

Autorin: Sarah Reinke
Redaktion: Sarah Neumeyer

Wofür wir uns einsetzen

Minderheiten & Indigene Völker stärken:
Wir setzen uns weltweit für bedrohte Gemeinschaften ein – für Selbstbestimmung, Schutz und Teilhabe.

Menschenrechtsverletzungen sichtbar machen:
Wir dokumentieren Unrecht, benennen es klar und bringen es in Öffentlichkeit, Politik und Medien. Sichtbarkeit schafft Schutz.

Völkermord verhindern & Menschen schützen:
Wir erkennen Risiken frühzeitig, warnen vor Eskalationen und setzen uns entschlossen für den Schutz der Zivilbevölkerung ein. Gewalt beenden, für Gerechtigkeit und Versöhnung.

Menschenrechte für alle durchsetzen: Wir sind solidarisch mit Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und stärken sie. Wir arbeiten für eine Politik ohne Doppelmoral, die Menschenrechte für alle garantiert. Solidarität und klare Haltung für Menschenrechte weltweit!

Ihre Ansprechpartnerin

Sarah Reinke

Sarah Reinke

Geschäftsführerin Menschenrechtsreferate

E-Mail: s.reinke@gfbv.de 

Telefon: +49 551 49906 13

Aktuelles zum Thema

Hintergründe

Keine Ergebnisse

Publikationen zum Thema

Irak und Syrien: Christen in Angst
Juni 2019 – Irak und Syrien – Christen in Angst

Irak und Syrien: Christen in Angst

Wenn heute von Irak oder Syrien gesprochen wird, muss dringend berücksichtigt werden, dass diese beiden Länder als einheitliche politische Gebilde nicht mehr existieren. Auch wenn sie Mitglieder de…

# Infomaterial# Menschenrechtsreport# Reporte/Memoranden

Mehr

Dokumentation: Wie China die GfbV in den Vereinten Nationen mundtot machen wollte
Seit 25 Jahren macht die GfbV dank ihres beratenden Status als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen jedes Jahr mit Dutzenden Eingaben in der Weltorganisation auf die dramatische Lage bedrohter Völker aufmerksam. Bild: Falcon® Photography via Flickr CC BY-SA 2.0

Dokumentation: Wie China die GfbV in den Vereinten Nationen mundtot machen wollte

Deutsche Außenminister beklagen seit Jahren, dass die Handlungsspielräume von Menschenrechtsorganisationen in autoritär regierten Staaten immer geringer werden. Doch inzwischen gilt dies auch in den Vereinten Nationen.

# Infomaterial# Reporte/Memoranden

Mehr

Gewalt gegen indigene Menschenrechtsverteidiger nimmt weltweit zu – Landrechtskonflikte verschärfen sich
Protestveranstaltung gegen den Bau der Dakota Access Pipeline im Jahr 2016. Bild: Fibonacci Blue via Flickr CC BY 2.0

Gewalt gegen indigene Menschenrechtsverteidiger nimmt weltweit zu – Landrechtskonflikte verschärfen sich

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert weltweit einen besseren Schutz der indigenen Menschenrechtler.

# Infomaterial# Reporte/Memoranden

Mehr

Zum Thema aus unserer Zeitschrift

338: Im Angesicht des Todes
Bildnachweis Titel: Foto: © FG Trade Latin_istockphoto

338: Im Angesicht des Todes

Zur Ausgabe