Wenn heute von Irak oder Syrien gesprochen wird, muss dringend berücksichtigt werden, dass diese beiden Länder als einheitliche politische Gebilde nicht mehr existieren. Auch wenn sie Mitglieder der UNO sind, kann von einer vollständigen Souveränität dieser beiden mehrheitlich arabisch-muslimischen Staaten nicht gesprochen werden. Im Falle des Irak, in dem heute nur noch 150.000 Christen leben, wird immer noch von einem arabischen und einem kurdischen Irak gesprochen. Hinzu kommen große Unterschiede zwischen Regionen mit schiitischen Mehrheiten im Süden und sunnitischen Mehrheiten im Westen des Landes.
Die Lage in dem vom Bürgerkrieg erschütterten Land Syrien ist noch komplexer als im Irak. Die Revolte vom März 2011, die in einen brutalen Bürgerkrieg mündete, führte nach und nach zum faktischen Zerfall des Staates. Im Bürgerkriegsland Syrien leben heute nur etwa 500.000 bis 700.000 Christen. Die Arabische Republik Syrien ist heute (März 2019) in mindestens fünf Machtbereiche geteilt: Der größte Teil des Landes, etwa 58 Prozent, ist unter Kontrolle des Regimes von Baschar al-Assad; etwa 27 Prozent werden von den „Syrischen Demokratischen Kräften“ (SDF) kontrolliert. Das SDF ist ein Militärbündnis, das von Kurden angeführt wird.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Gewalt ins benachbarte Litauen. Viele überlebten nur, weil sie sich als sogenannte „Wolfskinder“ allein durchschlugen. Ihr Leid wurde lange marginalisiert. Wir präsentierrn eine neue, dreisprachige Publikation (deutsch, englisch, litauisch), die den aktuellen Forschungs- und Rezeptionsstand erstmals vergleichend im europäischen Kontext zugänglich macht.
Die GfbV engagiert sich seit 2011 für die Wolfskinder. Mit ihrer Kampagne trug sie dazu bei, dass die Bundesregierung den Betroffenen 2017 ein besonderes Kriegsfolgenschicksal attestierte und Anerkennungsleistungen beantragt werden konnten. Diese Publikation soll das Bewusstsein für die langfristigen Folgen von Krieg und Vertreibung schärfen und eine Brücke zu gegenwärtigen Debatten über Kinderrechte, humanitären Schutz und gesellschaftliche Verantwortung schlagen.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.