Interview im WDR mit dem GfbV-Afghanistan-Koordinator Tilllmann Schmalzried:
Truppenaufstockung und Verhandlungen auch mit gemäßigten Taliban – mit dieser Taktik wollen NATO und Karzai-Regierung die Initiative in Afghanistan zurück gewinnen. Und man versucht, verstärkt mit den Vertretern „traditioneller Strukturen“ zusammen zu arbeiten, in der Balkh- Provinz, wo die Bundeswehr stationiert ist, z.B. mit dem Gouverneur Mohammed Atta. Dass der langjährige Milizenführer seine Hände auch im Drogenschmuggel hat und erzkonservativen Richtern die Freiheit lässt nach wahabitischem Recht, also nach strenger Auslegung der Scharia zu urteilen, gerät dabei leicht außer Acht; auch dass die Bevölkerung, die nur noch Ruhe will, gelegentlich die Taliban als das kleinere Übel betrachtet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Gewalt ins benachbarte Litauen. Viele überlebten nur, weil sie sich als sogenannte „Wolfskinder“ allein durchschlugen. Ihr Leid wurde lange marginalisiert. Wir präsentieren eine neue, dreisprachige Publikation (deutsch, englisch, litauisch), die den aktuellen Forschungs- und Rezeptionsstand erstmals vergleichend im europäischen Kontext zugänglich macht.
Minderheiten in Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes: Reisebericht von Dr. Kamal Sido
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.