Interview im WDR mit dem GfbV-Afghanistan-Koordinator Tilllmann Schmalzried:
Truppenaufstockung und Verhandlungen auch mit gemäßigten Taliban – mit dieser Taktik wollen NATO und Karzai-Regierung die Initiative in Afghanistan zurück gewinnen. Und man versucht, verstärkt mit den Vertretern „traditioneller Strukturen“ zusammen zu arbeiten, in der Balkh- Provinz, wo die Bundeswehr stationiert ist, z.B. mit dem Gouverneur Mohammed Atta. Dass der langjährige Milizenführer seine Hände auch im Drogenschmuggel hat und erzkonservativen Richtern die Freiheit lässt nach wahabitischem Recht, also nach strenger Auslegung der Scharia zu urteilen, gerät dabei leicht außer Acht; auch dass die Bevölkerung, die nur noch Ruhe will, gelegentlich die Taliban als das kleinere Übel betrachtet.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) veröffentlicht heute das Dossier „Beiträge zum Völkerstrafrecht von Claus Kreß“. Die darin gesammelten Texte setzen sich mit den gravierenden Angriffen auf das internationale Völkerrecht der vergangenen Jahre auseinander. Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung, erklärt zur Bedeutung der Publikation: „Das ‚Recht des Stärkeren‘ droht sich durchzusetzen, das Völkerrecht gerät aus den Fugen. Der Schutz der Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit, die eigentlich der Maßstab für das Handeln der Regierenden sein sollten, bleiben zunehmend auf der Strecke.“