Der Mapuche-Konflikt im Süden Chiles hat am Freitag, den 04. Januar 2013, neue Opfer gefordert. Bei einem Brandanschlag auf das Wohnhaus des Ehepaares Werner Luchsinger und Vivianne McKay auf der Farm Lumahue in Vilcún kamen die betagten Eheleute ums Leben. Bislang ist nicht geklärt, wer dafür verantwortlich ist. Ein Bekennerschreiben liegt nicht vor. Die Familie Luchsinger war Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Schweiz in Chile eingewandert und hatte 1906 den Grundstock für ihren heutigen Großgrundbesitz im traditionellen Gebiet der Mapuche gelegt. Die Mapuche erheben Anspruch auf dieses Land. Der Konflikt zwischen der Familie Luchsinger und der Landbewegung der Mapuche zeigt, wie weit in die Geschichte des Landes die Wurzeln der Auseinandersetzungen zurückreichen. Die Verbitterung aufseiten der Mapuche ist auch deshalb besonders groß, weil durch die Diktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990) eine unter seinem Vorgänger Salvador Allende (1970-1973) durchgeführte Landreform zurückgenommen und ihnen damit die Lebensbasis entzogen wurde. Sie leiden unter der Enteignung und der Auflösung ihres gemeinschaftlichen Landbesitzes bis heute. Entschädigt wurden sie nicht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Gewalt ins benachbarte Litauen. Viele überlebten nur, weil sie sich als sogenannte „Wolfskinder“ allein durchschlugen. Ihr Leid wurde lange marginalisiert. Wir präsentierrn eine neue, dreisprachige Publikation (deutsch, englisch, litauisch), die den aktuellen Forschungs- und Rezeptionsstand erstmals vergleichend im europäischen Kontext zugänglich macht.
Die GfbV engagiert sich seit 2011 für die Wolfskinder. Mit ihrer Kampagne trug sie dazu bei, dass die Bundesregierung den Betroffenen 2017 ein besonderes Kriegsfolgenschicksal attestierte und Anerkennungsleistungen beantragt werden konnten. Diese Publikation soll das Bewusstsein für die langfristigen Folgen von Krieg und Vertreibung schärfen und eine Brücke zu gegenwärtigen Debatten über Kinderrechte, humanitären Schutz und gesellschaftliche Verantwortung schlagen.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.