Afghanistans Regierung und Sicherheitskräfte waren bisher nicht in der Lage, die besonders gefährdete Minderheit der rund drei Millionen schiitischen Hazara vor politisch motivierter Gewalt zu schützen. Foto: USACE Afghanistan Engineer District-South via Flickr
Terroranschlag in Kabul
Nach dem jüngsten Terroranschlag in Kabul hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen besseren Schutz der schiitischen Minderheit in Afghanistan gefordert. Mindestens 315 Schiiten wurden nach Informationen der Menschenrechtsorganisation dort im Jahr 2017 bei Terroranschlägen extremistischer Sunniten getötet.
Wir beobachten eine drastische Verschärfung der Sicherheitslage in Afghanistan. Vor allem schiitische Hazara leiden massiv unter der Zunahme der Gewalt. Foto: FlickerSet via Flickr
Afghanistan: Weitere Abschiebungen für 6. Dezember geplant
Nach der Ankündigung neuer Abschiebungen nach Afghanistan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) das Auswärtige Amt aufgefordert, endlich seinen verspäteten Lagebericht zur Situation in dem umkämpften Land vorzulegen.
Der Anschlag macht deutlich, dass Kabul auch nicht als sichere Enklave in einem immer mehr von Bürgerkrieg gezeichneten Land angesehen werden kann. Foto: Brian Hillegas via Flickr
Schwerer Bombenanschlag in Kabul: Afghanistan ist nicht sicher
Nach dem schweren Bombenanschlag auf das Kabuler Diplomatenviertel hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch einen Stopp der Abschiebungen von Flüchtlingen nach Afghanistan gefordert.
Die Hazara stellen rund 20 Prozent der etwa 30 Millionen Einwohner Afghanistans. Foto: koldo via flickr
Afghanistan: Terroranschlag gegen Moschee der Schiiten in Kabul
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat nach dem blutigen Terroranschlag gegen eine schiitische Moschee in Kabul am heutigen Montag einen besseren Schutz der schiitischen Hazara-Minderheit gefordert.
Deutschland und Europa sollen sich gezielt derjenigen Flüchtlinge annehmen, deren Leben und Gesundheit besonders gefährdet sind, fordert der Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Tilman Zülch.
Traurige Bilanz: Bundeswehreinsatz in Afghanistan hat Warlords gestärkt statt Demokratie und Frieden zu bringen
Nach Beendigung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisch Bilanz gezogen: Es war ein Scheitern mit Ansage, denn spätestens seit dem Jahr 2006 rückte die Bundeswehr von ihrem Versprechen ab, mehr Rechtsstaatlichkeit und Demokratisierung in Afghanistan zu verwirklichen. Stattdessen wurden Warlords und korrupte Machtstrukturen gestärkt, um den Anschein von Sicherheit zu wecken.
2001 nahmen US-Militärs im Zuge ihres Einmarsches in Afghanistan 22 Uiguren fest, die vor politischer Verfolgung im Nachbarland China nach Afghanistan geflüchtet waren. Die Uiguren wurden nach Guantánamo gebracht. Schnell stellte sich heraus, dass sie keine Terroristen waren. Dennoch dauerte es viele Jahre, bis sie das Lager verlassen konnten. In China drohte und droht ihnen die Todesstrafe. Kein größeres Land traute sich aus Angst vor dem Druck der chinesischen Regierung, sie aufzunehmen. Die letzten drei von ihnen wurden zum Jahreswechsel 2013/2014 von der Slowakei aufgenommen. Die anderen Uiguren waren zuvor in Länder wie Albanien und Palau gebracht worden. Ulrich Delius, GfbV-Asienreferent, erklärt, warum es so lange gedauert hat, bis alle Uiguren Guantánamo verlassen konnten, obwohl schon kurz nach ihrer Festnahme vor zwölf Jahren feststand, dass sie alle unschuldig waren.
(Das Interview mit GfbV-Asienreferent Ulrich Delius können Sie sich auch direkt bei Soundcloud anhören.)