140. Jahrestag der Berliner Afrika-Konferenz (15.11.)
140 Jahre nach der Eröffnung der Berliner Afrika-Konferenz (15.11.1884) fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) von der deutschen Regierung, Verantwortung für die koloniale Vergangenheit zu übernehmen und sich für die Aufarbeitung einzusetzen: „Die Konferenz ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie Machtinteressen über die Rechte und die Souveränität von Völkern hinweggehen können. Der koloniale Zugriff auf Afrika führte zu unzähligen Menschenrechtsverletzungen, wirtschaftlicher Ausbeutung und einem tiefgreifenden sozialen Trauma, dessen Auswirkungen bis heute spürbar sind.
Partnerinnen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) im Sudan berichten heute telefonisch von einer unmittelbar bevorstehenden Eskalation in El Fasher (Darfur), während bereits in weiten Teilen des Landes Gewalt, Vertreibung und Hunger herrschen. „Es darf nicht sein, dass die Regierungskrise in Deutschland sich negativ auf die notleidende Bevölkerung des Sudan auswirkt. Trotz der andauernden Gewalt müssen hier kontinuierlich Zugänge für humanitäre Hilfe gefunden und Schutzmaßnahmen für die Notleidenden umgesetzt werden
Vor Beginn der Weltklimakonferenz COP 29 im aserbaidschanischen Baku (11. bis 22. November) warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker davor, sich von der begleitenden Charmeoffensive Aserbaidschans einwickeln zu lassen. Der diesjährige Gastgeber der COP, ist ein autokratisches Regime – im Innern unterdrückt Präsident Ilham Alijew die Zivilgesellschaft, in den Gefängnissen wird gefoltert, auf dem Korruptionsindex steht der Staat auf Platz 154 von 180 Ländern. Nach außen ist Aserbaidschan aggressiv – zuletzt gegen die rund 120.000 Arzach-Armenier, die im September 2023 aus Arzach (Bergkarabach) vertrieben wurden.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker und der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland laden am kommenden Wochenende zu zwei Lesungen. Die beiden jungen Schriftsteller Hıdır Eren Çelik wird Poesie und Prosa vortragen und Farhad Asilo liest aus seinem autobiografischen Werk „Der Tag, an dem meine Kindheit endete“. Wir laden Sie herzlich ein, die Lesungen zu besuchen und darüber zu informieren.
Minderheiten und Indigene Völker weltweit sind in tiefer Sorge über die Konsequenzen des voraussichtlichen Wahlsiegs von Donald Trump, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker heute in Göttingen berichtet. Gerade die Schwächsten der Schwachen, Angehörige von Minderheiten, Indigene Völker, von Krieg, Hunger und Gewalt Betroffene, blicken zurecht mit größter Sorge auf eine Präsidentschaft unter Donald Trump.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert das Handeln des Hohen Repräsentanten in Bosnien und Herzegowina, Herrn Christian Schmidt, im Zusammenhang mit dem Verfahren „Kovačević vs. Bosnien und Herzegowina“ vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Schmidts aktuelles Verhalten läuft dem Mandat des Hohen Repräsentanten zuwider, die Umsetzung der zivilen Aspekte des Dayton-Abkommens sicherzustellen.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) nimmt in tiefer Trauer Abschied von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Tamcke (1955-2024), emeritierter Professor für Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchen- und Missionsgeschichte an der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen.
Umwelt- und humanitäre Katastrophe in der bolivianischen Chiquitanía
Die Gesellschaft für bedrohte Völker ist alarmiert über die zunehmende Umweltzerstörung und die verheerenden Folgen der aktuellen Waldbrandsaison in der bolivianischen Chiquitanía, die Indigene Völker und ihre Umwelt gleichermaßen bedroht. In diesem Jahr sind den Bränden bereits zwölf Millionen Hektar Land zum Opfer gefallen. Ein exklusives Video dokumentiert, das auf abgebrannten Waldflächen im Schutzgebiet Bajo Paragua über Nacht eine Siedlung errichtet wurde.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker appelliert an die Regierung Südkoreas, die Unterstützung der türkischen Besatzung der nordsyrischen Kurdenregion Afrin durch eine Südkoreanische Hilfsorganisation zu unterbinden. Während Nordkorea Russlands Krieg gegen die Ukraine unterstützt, finanziert eine südkoreanische Hilfsorganisationen islamistische Schulen in Afrin.