Der Ilisu-Staudamm und das Südostanatolien-Projekt
Linus Mandl über das Staudammnetzwerk GAP. Seit den 80er Jahren baut die Türkei an einem riesigen Staudammnetzwerk in Südostanatolien, auch GAP genannt. Die ökologischen, politischen und kulturellen Folgen des Projekts sind gravierend. Sowohl in den Anrainerstaaten Syrien und Irak als auch in der Türkei selbst sind Tausende von Menschen gezwungen vor den Wassermassen zu fliehen. Sie werden umgesiedelt, verlieren durch Fluten oder Wassermangel ihre Lebensgrundlage und werden zum Spielball außen- und innenpolitischer Machtkämpfe. Vor allem die ethnischen Minderheiten in der Region fallen dem Projekt zum Opfer und sehen ihre Lebensform auf beiden Seiten der Grenze bedroht.
Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, zur Lage der syrischen Flüchtlinge. Eine Millionen Kinder sind inzwischen aus Syrien geflohen, 740.000 von ihnen sind unter elf Jahren. Die meisten von ihnen befinden sich im Libanon, in Jordanien, der Türkei, im Irak und Ägypten.
GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius über die Lage in Ägypten.
Es ist schlimm, dass erst hunderte Menschen bei Massakern der ägyptischen Sicherheitskräfte sterben mussten, bis deutsche Rüstungsexporte an das Land endlich ausgesetzt wurden.
Fukushima und die Folgen für die Menschen auf den Pazifikinseln
GfbV-Asienreferent Ulrich Delius über die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima: Für Hunderttausende Ureinwohner auf den Pazifischen Inseln ist es eine Frage des Überlebens, dass die Nahrungsmittelkette nicht noch mehr durch austretende Radioaktivität geschädigt wird.
Vor Fukushima laufen täglich rund 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Der Pazifische Kirchenrat – langjähriger Partner der GfbV bei dem Bemühen, auf die Probleme der Ureinwohner des Pazifik aufmerksam zu machen – vergleicht die Folgen Fukushimas mit der radioaktiven Verseuchung des Pazifischen Ozeans nach den Atomversuchen zwischen 1966 und 1995. Auch damals hatte die lokale Verwaltung Tahitis die Folgen nicht ernst genommen.
Die indigenen Gemeinschaften auf den Pazifischen Inseln fürchten besonders die Folgen der Einleitung radioaktiv verstrahlter Rückstände, die auch ihr Hauptnahrungsmittel Fisch verseuchen könnte. Die meisten Bewohner der Pazifischen Inseln leben vom Fischfang.
Aleppo: Eine multiethnische und multireligiöse Stadt versinkt im Bürgerkrieg. Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker über die Lage in der Stadt.
Mehr als 100.000 Süd-Bhutanesen mussten seit 1985 aus ihrer Heimat fliehen, nachdem ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz erlassen worden war. Seitdem wurde nur noch als Bürger anerkannt, wer nachweisen konnte, dass Mutter und Vater Staatsangehörige waren, und Steuerquittungen aus den Jahren vor 1958 vorlegen konnte.
Kein Schutz für Indigene – wie Regierung und Wirtschaft Ureinwohner ausbeuten
Oftmals leben Indigene Gemeinschaften in sehr rohstoffreichen Rückzugsgebieten. An den dort lagernden Bodenschätzen, an den dortigen Edelhölzern oder dem gesamten Territorium haben Regierungen, internationale Konzerne aber auch die Dorgenmafia sowie illegale Holzfäller großes Interesse. Ohne Rücksicht auf die Ureinwohner werden die Gebiete gerodet und die Bodenschätzen abgebaut. Süd- und Mittelamerikareferentin Yvonne Bangert von der Gesellschaft für bedrohte Völker fasst zusammen welche Bedrohungen es für indigene Völker gibt.
Ulrich Delius, Asienreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), über die Hintergründe der Spannungen zwischen Uiguren und Han-Chinesen. Rund zwölf Millionen Uiguren leben im Nordwesten Chinas. Sie beklagen seit Jahren, dass sie in der Ausübung ihrer Religion systematisch eingeschränkt werden und ihre Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit unterdrückt wird.