Deutschland soll 50.000 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen!
Als „dringend notwendige lebensrettende Geste“ hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Aufnahme der ersten Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien in Deutschland bezeichnet. Gleichzeitig mahnte die in Göttingen ansässige internationale Menschenrechtsorganisation jedoch, dass die Initiative der Bundesregierung, 5.000 syrische Flüchtlinge ins Land zu holen, angesichts der verheerenden humanitären Lage in dem Bürgerkriegsland bei weitem nicht ausreiche.
Der Ilisu-Staudamm und das Südostanatolien-Projekt
Linus Mandl über das Staudammnetzwerk GAP. Seit den 80er Jahren baut die Türkei an einem riesigen Staudammnetzwerk in Südostanatolien, auch GAP genannt. Die ökologischen, politischen und kulturellen Folgen des Projekts sind gravierend. Sowohl in den Anrainerstaaten Syrien und Irak als auch in der Türkei selbst sind Tausende von Menschen gezwungen vor den Wassermassen zu fliehen. Sie werden umgesiedelt, verlieren durch Fluten oder Wassermangel ihre Lebensgrundlage und werden zum Spielball außen- und innenpolitischer Machtkämpfe. Vor allem die ethnischen Minderheiten in der Region fallen dem Projekt zum Opfer und sehen ihre Lebensform auf beiden Seiten der Grenze bedroht.
Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, zur Lage der syrischen Flüchtlinge. Eine Millionen Kinder sind inzwischen aus Syrien geflohen, 740.000 von ihnen sind unter elf Jahren. Die meisten von ihnen befinden sich im Libanon, in Jordanien, der Türkei, im Irak und Ägypten.
Aleppo: Eine multiethnische und multireligiöse Stadt versinkt im Bürgerkrieg. Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker über die Lage in der Stadt.
Bundesregierung darf syrische islamistische Opposition nicht länger unterstützen
Dringend hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Bundesregierung am Montag dazu aufgefordert, die islamistische syrische Opposition nicht zu unterstützen. Die Politik der von den islamistischen Muslimbrüdern kontrollierten Syrischen Nationalen Koalition darf auf keinen Fall mit deutschen Steuergeldern mitfinanziert werden, denn deren bewaffnete Verbände führen einen offenen Krieg gegen Kurden, Christen und andere Minderheiten.
Keine Waffen an die Kriegsparteien in Syrien! – Demokratiebewegung und Minderheiten stärken!
Der blutige Bürgerkrieg in Syrien hat sich zu einem Stellvertreterkrieg entwickelt, in dem die Zivilbevölkerung immer stärker zwischen die Fronten gerät. Während das schiitisch geprägte Regime unter Baschar al Assad Iran und den arabischen Irak, aber auch Russland im Rücken hat, finanzieren Saudi-Arabien und andere sunnitisch dominierte Verbündete die Gegner des Diktators.
„Wer Christen entführt, friedliche kurdische Dörfer und Flüchtlinge angreift, darf keine Waffen erhalten!“
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen hat am Montag dringend vor Waffenlieferungen an die islamistische syrische Opposition gewarnt. Wer Christen entführt und friedliche kurdische Dörfer angreift, in denen tausende Flüchtlinge Schutz gesucht haben, darf weder Waffen noch andere Rüstungsgüter von westlichen Staaten erhalten.
Syrische Zivilbevölkerung leidet unter den Folgen des Bürgerkrieges
Seit Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime im März 2011 herrschen Unruhe und Angst unter der Zivilbevölkerung. Der Traum von einem schnellen Machtwechsel wurde schon nach kurzer Zeit von heftigen Kämpfen überschattet, die bislang nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 70.000 Menschenleben gekostet haben.