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Editorial: Diktaturen

Editorial: Diktaturen
Editorial: Diktaturen - Ursachen, Verbrechen, Widerstand...

Bildnachweis Titel: KI-generiert mithilfe von DALL-E3/ (CC) PDM 1.0

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir haben es wohl geahnt, aber spätestens seit dem 24. Februar 2022 und dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist es Gewissheit: Das Ende der Geschichte fällt aus. Der US-amerikanische Historiker Yoshihiro Francis Fukuyama hat dieses im Jahr 1989 in einem Artikel in der Zeitschrift The National Interest ausgerufen und sah die finale Phase der politischen Systementwicklung erreicht.

Das Totalitäre hatte demnach den Wettstreit mit der Freiheit in Form der liberalen Demokratie verloren, eben weil sie den Menschen Wohlstand wie Frieden bringt. Und in der Tat: Der große Systemkonflikt zwischen Ost und West scheint in dieser Zeit beigelegt, Deutschland feiert seine Wiedervereinigung, China betreibt eine Reform- und Öffnungspolitik – die Welt bewegt sich allen Rückschlägen zum Trotz in Richtung Demokratie.

Auch Indizes wie der des schwedischen V-Dem-Instituts zeigen, dass die Anzahl liberaler Demokratien von 1983 an stark zunimmt. Seit einigen Jahren aber sind autokratische Systeme wieder auf dem Vormarsch, verbünden sich und bedrohen weltweit Freiheit. Beispiele dafür gibt es viele – etwa Tschetschenien, das fest im Griff von Machthaber Ramzan Kadyrow wie ein Reallabor für Russlands Wladimir Putin wirkt (S. 20), oder die Westsahara, letzte Kolonie Afrikas, und seit nunmehr 50 Jahren widerrechtlich von Marokko besetzt (S. 30). Ebenso in dieser Ausgabe: China und seine Strategien, die Institutionen der Vereinten Nationen zu lähmen (S. 24), der Geist der Diktatur, der seit mehr als 50 Jahren das Leben Indigener Völker in Brasilien bedroht (S. 52), und die USA unter Donald Trump, der bei seinen Versuchen, indigene Rechte auszuhebeln, einer gut organisierten Bewegung gegenübersteht, die „Feuer mit Feuer“ bekämpfen will (S. 58). Nicht nur das macht Hoffnung, sondern auch kreative Formen des Protestes (S. 46) und Angehörige indigener Gemeinschaften, die selbstbewusst eigene Visionen der Organisation beschreiben (S. 56). Lassen Sie uns auch Prof. Barbara Zehnpfennig zuhören und wo immer möglich Freiheit fördern. Im Interview (S. 16) betont die Politikwissenschaftlerin: „Näherliegend ist in der Tat, dass Demokratien die eigentlichen Hüter der Menschenrechte sind und trotz der Herrschaft der Mehrheit die Minderheiten schützen.“

Eine gute Lektüre und viele Impulse, wünscht zum ersten Mal …

Holger Isermann
 

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Lesen Sie weiter:

Interview mit Barbara Zehnpfennig

 

 

Es begann in Tschetschenien…

Politische Zukunftsentwürfe aus indigenen Perspektiven

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