Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Mit großer Freude hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Nachricht aufgenommen, dass der in China inhaftierte uigurische Wissenschaftler Ilham Tohti mit dem Menschenrechtspreis 2017 der Stadt Weimar geehrt wird. „Diese Auszeichnung muss Auftrag für die Bundesregierung sein, sich für die Freilassung des Wirtschaftsprofessors und für die Achtung der Menschenrechte der Uiguren in China einzusetzen“, erklärte der GfbV-Direktor und Asien-Experte Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. „Tohti hat sich unermüdlich für Verständigung zwischen den Uiguren und der Mehrheitsbevölkerung der Han-Chinesen geworben und wurde deshalb von den chinesischen Behörden mundtot gemacht. Er wusste, wie risikoreich sein Engagement war und hat sich trotzdem mutig und selbstlos für ein friedliches Zusammenleben in der Volksrepublik eingesetzt.“ Die GfbV und die Ilham Tohti Initiative (ITI) hatten den Wissenschaftler für den Weimarer Menschenrechtspreis vorgeschlagen.
Tohti wurde 2014 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte im Internet versucht Vorurteile zwischen den beiden verfeindeten Bevölkerungsgruppen in China zu abzubauen und Vertrauen zu schaffen. Nachdrücklich hatte er die Nationalitätenpolitik der chinesischen Regierung kritisiert, die Spannungen in dem Vielvölkerstaat schürt, statt sie abzubauen.

Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren
Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.
