Einsatz für Menschenrechte bedeutet Einsatz für Solidarität und Empathie, gegen Rassismus, Hass, Diskriminierung und rechte Hetze. Menschenrechte sind das Fundament für eine von Gleichberechtigung, Freiheit und Offenheit getragene Gesellschaft.
Als internationale Menschenrechtsorganisation setzt sich die Gesellschaft für bedrohte Völker seit Jahrzehnten weltweit zur Stärkung von Respekt vor Minderheiten, zu Empathie mit verfolgten und bedrohten Gruppen und Einzelpersonen, zum Verständnis von internationalen Zusammenhängen und zu Solidarität mit Menschen in Kriegen und Konflikten ein. Dabei wendet sie sich auch in Deutschland gegen strukturelle Ungerechtigkeit und stärkt Betroffene, zum Beispiel durch den Einsatz für Geflüchtete oder die Mithilfe beim Aufbau migrantischer Selbstorganisationen.
Die GfbV setzt sich für eine weltweit verstandene Empathiefähigkeit ein und versucht Menschenrechte auch dort durchzusetzen, wo diese Empathie fehlt. Dieser Anspruch wirkt nicht nur nach außen, sondern stärkt jene Haltungen, auf die unsere demokratische Gesellschaft angewiesen ist: Respekt, Toleranz, gegenseitiges Verständnis und eine klare Haltung gegen Ungerechtigkeit.
Als Menschenrechtsorganisation stellen wir uns entschieden gegen menschenverachtendes und rechtsextremes Gedankengut
Unsere Arbeit hat den Anspruch, Empathie jenseits aller Grenzen zu stärken – als menschenrechtliche und demokratische Grundhaltung.
Wer sich – wie die GfbV – konsequent für die Rechte von Minderheiten einsetzt, gleich ob es sich um Indigene Völker, religiöse Gemeinschaften oder ethnische Minderheiten handelt, vermittelt eine zentrale Botschaft: Die Würde des Menschen kennt keine Staatsgrenzen, keine Hautfarbe, keine Religion und keine Herkunft. Diese universelle Perspektive schärft den Blick auch für die Verhältnisse im eigenen Land. Sie macht nachvollziehbar, dass Zugehörigkeit nicht durch Herkunft definiert wird, sondern durch gemeinsame Werte und die Achtung der Würde eines jeden Menschen. Wer das Schicksal von Verfolgten in Staaten wie dem Sudan, Syrien, China oder Kolumbien mit Empathie betrachtet, versteht globale Zusammenhänge und Verantwortlichkeiten und handelt engagiert und respektvoll in unserer postmigrantischen Gesellschaft. Die Menschenrechtsarbeit der GfbV wirkt damit einem Denken entgegen, das Menschen in „wir“ und „die anderen“ einteilt.
Aufklärung und Information stärken Verständnis in der postmigrantischen Gesellschaft
Rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien und Initiativen leben von der Verbreitung von Angst, Falschinformationen, Diskriminierung, von Ausgrenzung und der Konstruktion von Bedrohungsszenarien. Die Arbeit der GfbV wirkt dem mit fundierten Berichten, Kampagnen und Bildungsarbeit entgegen. Sie vermittelt ein komplexes Bild von Fluchtursachen, Migration, Konflikten, globaler Ungerechtigkeit und Verantwortung für Leid. Dies auch getragen von der Hoffnung, dass diejenigen, die verstehen, warum Menschen – besonders Minderheitenangehörige – verfolgt werden und fliehen müssen, Rassismus und Diskriminierung hinterfragen und entgegentreten. Indem die GfbV die Ursachen von Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen benennt, nimmt sie den Stigmatisierungen, auf die rechte Parteien setzen, den Boden. Auf diese Weise leistet die Menschenrechtsarbeit mittelbar, aber wirksam einen Beitrag zur Eindämmung rechter Tendenzen: Sie stärkt eine diskursfähige, informierte und weltoffene Gesellschaft.
Zur Glaubwürdigkeit der Menschenrechtsarbeit gehört die Korrektivfunktion, die die GfbV in Deutschland ausübt, indem sie Doppelstandards der deutschen Innen- und Außenpolitik öffentlich benennt: etwa, wenn menschenrechtliche Maßstäbe gegenüber manchen Staaten mit Nachdruck eingefordert, gegenüber wirtschaftlichen oder strategischen Partnern jedoch mit Rücksicht auf Eigeninteressen übergangen werden. Dabei gilt es, auch auf Missstände und Ungerechtigkeit innerhalb Deutschlands, wie etwa Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus, aufmerksam zu machen. Wer Doppelstandards aufdeckt, stärkt das Vertrauen in die Geltung universeller Prinzipien.
Die GfbV setzt sich weltweit für Gerechtigkeit und Menschenrechte ein, besonders für die Rechte von Minderheiten, die im Schatten der Weltöffentlichkeit verfolgt werden, sowie für eine Gesellschaft, die von Respekt, Menschlichkeit, Toleranz und Verständnis getragen wird. Der Einsatz der GfbV für eine weltweit verstandene Empathiefähigkeit überwindet die ethnischen und religiösen Grenzziehungen, auf die rechte Bewegungen setzen. Damit verstehen wir unsere Menschenrechtsarbeit als eine wichtige Stimme in einer vielstimmigen demokratischen Gesellschaft, als Selbstvergewisserung in Deutschland und damit auch als Gegengewicht zu rechten Tendenzen und Parteien.



