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Aktuelles News & Artikel Kritik an Besuch des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate: Merz muss Ende der Unterstützung für RSF-Miliz fordern

Kritik an Besuch des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate: Merz muss Ende der Unterstützung für RSF-Miliz fordern

Zum Besuch von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan am 10. und 11. September in Berlin erklärt Sarah Reinke, Geschäftsleiterin Menschenrechte der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV): „Wir verurteilen den Empfang von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan durch Bundespräsident Steinmeier und Bundeskanzler Merz. Deutschland hofiert ein Regime, das im Sudan die RSF-Miliz finanziert und mit Waffen ausstattet. Ohne die Unterstützung der VAE könnten die Rapid Support Forces den Krieg nicht in dieser Grausamkeit und in diesem Ausmaß weiterführen. Die RSF sind für Völkermord, Kriegsverbrechen, schwere Menschenrechtsverletzungen und Vertreibung verantwortlich. Der Empfang untergräbt zugleich Deutschlands Bemühungen, die Zivilbevölkerung im Sudan zu schützen. Bundeskanzler Merz muss Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan unmissverständlich auffordern, die Unterstützung für die RSF einzustellen. Zugleich sollte er die VAE auffordern, ihren Einfluss zu nutzen, um den freien Zugang dringend benötigter humanitärer Hilfe für die notleidende Zivilbevölkerung im Sudan zu garantieren.“

Die Menschenrechtsorganisation demonstriert am Donnerstag ab 14.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof in Berlin. Aufgrund des Besuchs war der Bereich um das Bundeskanzleramt weiträumig abgesperrt.

Hintergrundinformationen

Finanzielle und militärische Unterstützung der RSF durch die Vereinigten Arabischen Emirate

  • Die VAE stellen den RSF umfassende finanzielle Mittel, Waffen und militärische Ausbildung zur Verfügung. Insbesondere der aktuelle Drohnenkrieg gegen die Zivilbevölkerung wäre ohne die Unterstützung der VAE nicht möglich.
  • Die VAE nutzen diese Unterstützung der RSF strategisch, um ihren Einfluss im Sudan auszubauen und gleichzeitig den Zugang zu wertvollen Rohstoffen zu sichern. Besonders bedeutsam ist die Ausbeutung von Rohstoffen wie Kobalt und Gold. Diese Ressourcen werden von emiratischen Unternehmen im Sudan abgebaut, in die VAE geschmuggelt, dort raffiniert und anschließend exportiert. Die Finanzierung der RSF durch die VAE steht damit in direktem Zusammenhang mit der Fortführung des Krieges, die den VAE den ungehinderten Zugang zu diesen Ressourcen sichert.

Die UN-Fact-Finding-Mission für den Sudan hat folgende Formen der Unterstützung der VAE für die RSF dokumentiert:

  • Logistische Korridore durch den Tschad: Regelmäßige Frachtflüge von Standorten in den VAE in den Tschad, von wo aus militärische Ausrüstung und Personal, einschließlich ausländischer Söldner, in von der RSF kontrollierte Gebiete im Sudan transportiert werden.
  • Trainingslager in Libyen: Standorte in Benghasi, Kufra und Jufra dienen als Knotenpunkte für ausländisches Personal und militärische Ausrüstung, die für die RSF bestimmt sind. In diesen Lagern erhalten RSF-Kämpfer spezialisierte technische Ausbildung im Umgang mit Waffen wie AK-47-Gewehren, RPG-Werfern und schweren Maschinengewehren. Die Ausbildung wird von ausländischen Militärs, darunter kolumbianische Staatsbürger, durchgeführt und dauert bis zu drei Monate.
  • Rekrutierung kolumbianischer Söldner: Seit mindestens August 2024 spielen die Rekrutierung und der Einsatz ausländischer Söldner, insbesondere von ehemaligen kolumbianischen Militärangehörigen, eine bedeutende Rolle. Schätzungen zufolge wurden zwischen 350 und 2.000 kolumbianische Söldner angeworben. Einer der Hauptverantwortlichen, Oberst Álvaro Andrés Quijano Becerra, war in Abu Dhabi stationiert, während seine Ehefrau die Rekrutierung in Kolumbien koordinierte. Beide wurden am 28. April 2026 vom UN-Sicherheitsrat sanktioniert.
  • Trainings in den VAE: Söldner durchlaufen in Einrichtungen wie Ghayathi eine etwa zweimonatige militärische Ausbildung, die unter anderem Drohnenoperationen, indirektes Feuer und Luftabwehrsysteme umfasst.

Diese Unterstützung ermöglicht es den RSF, ihren Krieg fortzusetzen und die humanitäre Krise weiter zu verschärfen. Gleichzeitig profitieren die VAE wirtschaftlich von der Ausbeutung sudanesischer Rohstoffe.

Sarah Reinke

Sarah Reinke

Geschäftsführerin Menschenrechtsreferate

Thematische Schwerpunkte:

  • Osteuropa
  • Ukraine
  • Armenien
  • Sudan

E-Mail: s.reinke@gfbv.de 

Telefon: +49 551 49906 13