Der Generalbischof der Kopt*innen in Deutschland, Anba Damian. Foto: Hanno Schedler/GfbV
# Kopt*innen
Die Kopt*innen sind eine christliche Minderheit in Ägyptenund gehören zu den ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt. Der Begriff „Kopten“ geht auf das griechische Wort für „Ägypter*in“ zurück und bezeichnet heute vor allem die einheimischen Christ*innen des Landes.
Koptische Kirche ist eine der ältesten der Welt
Die koptische Kirche führt ihre Ursprünge auf den Evangelisten Markus zurück, der der Überlieferung nach im 1. Jahrhundert das Christentum nach Ägypten brachte. Sie zählt damit zu den ältesten Kirchen der Christenheit. Viele Kopt*innen betrachten sich als direkte Nachfahr*innen der alten ägyptischen Bevölkerung aus der Zeit der Pharaon*innen.
Größte christliche Gemeinschaft im Nahen Osten
Heute stellen die Kopt*innen die größte christliche Gemeinschaft im Nahen Osten. In Ägypten leben zwischen sechs und 15 Millionen Kopt*innen, was in etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung entspricht. Die Mehrheit von ihnen gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an, daneben existieren kleinere Gruppen koptischer Katholik*innen oder anderer christlicher Kirchen. Die meisten Kopt*innen leben in größeren Städten wie Kairo und Alexandria sowie in Teilen Oberägyptens.
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Trotz ihrer langen Geschichte und ihrer großen Zahl sehen sich die Kopt*innen in Ägypten politischer und gesellschaftlicher Diskriminierung ausgesetzt. In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens sind sie unterrepräsentiert, etwa in staatlichen Institutionen, in der Armee, der Polizei und im Justizsystem. Auch beim Bau und der Renovierung von Kirchen bestehen besondere Hürden, da hierfür oft staatliche Genehmigungen erforderlich sind. Kopt*innen werden im Bildungswesen benachteiligt und in Schulbüchern und Medien oft verzerrt dargestellt.
Islamistische Anschläge auf koptische Kirchen
Neben struktureller Diskriminierung sind Kopt*innen immer wieder Opfer von Gewalt und Übergriffen durch extremistische Gruppen. Terroranschläge auf Kirchen, gezielte Angriffe auf Christ*innen und Entführungen kommen wiederholt vor.
Der „Islamische Staat“ (IS) verübte im Jahr 2017 Anschläge auf koptische Kirchen in Ägypten, bei denen zahlreiche Menschen getötet und verletzt wurden. Auch andere Formen religiös motivierter Gewalt, etwa Mordserien oder Plünderungen, haben in den vergangenen Jahren zur Verunsicherung der Gemeinschaft beigetragen. Viele Kopt*innen haben deshalb das Vertrauen in staatliche Schutzmechanismen verloren, da Straftaten gegen Angehörige der Minderheit häufig unzureichend verfolgt werden.
Einsatz für Religionsfreiheit für Christ*innen in Ägypten
Angesichts dieser Situation fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine stärkere internationale Aufmerksamkeit für die Lage der Kopt*innen in Ägypten. Die GfbV setzt sich für eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Übergriffen auf Christ*innen, für Religionsfreiheit und für die rechtliche Gleichstellung der Kopt*innen im politischen und gesellschaftlichen Leben ein. Darüber hinaus fordern wir eine angemessene politische Repräsentation der christlichen Minderheit sowie Maßnahmen gegen Diskriminierung und Hasspropaganda. Ziel dieser Forderungen ist es, den Schutz der koptischen Bevölkerung zu verbessern und langfristig ein friedliches Zusammenleben der religiösen Gemeinschaften in Ägypten zu sichern.
Kopt*innen in Deutschland
In Deutschland leben etwa 77.000 Menschen ägyptischer Herkunft, darunter rund 12.000 Kopt*innen.
Stand: Juni 2026
Autor: Dr. Kamal Sido Redaktion: Sarah Neumeyer
Wofür wir uns einsetzen
Minderheiten & Indigene Völker stärken: Wir setzen uns weltweit für bedrohte Gemeinschaften ein – für Selbstbestimmung, Schutz und Teilhabe.
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Völkermord verhindern & Menschen schützen: Wir erkennen Risiken frühzeitig, warnen vor Eskalationen und setzen uns entschlossen für den Schutz der Zivilbevölkerung ein. Gewalt beenden, für Gerechtigkeit und Versöhnung.
Menschenrechte für alle durchsetzen: Wir sind solidarisch mit Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und stärken sie. Wir arbeiten für eine Politik ohne Doppelmoral, die Menschenrechte für alle garantiert. Solidarität und klare Haltung für Menschenrechte weltweit!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Bayer-Konzern bei seiner Hauptversammlung am Freitag, 24. April 2026, aufgefordert, Verantwortung für die Gefährdung Indigener Völker durch in der EU verbotene Pestizide zu übernehmen.
Anlässlich des 111. Jahrestages des Beginns des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich am 24. April wenden sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die Arbeitsgruppe Anerkennung – Gegen Genozid, für Völkerverständigung (AGA) und der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) mit einem dringenden Appell an Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat in einem offenen Brief an Papst Leo XIV. appelliert, sich für die Aufklärung des Schicksals der beiden am 22. April 2013 in Syrien entführten christlichen Bischöfe einzusetzen.
Menschenrechtsaktion zur Hannover Messe (19.4.): Kritik an Partnerland Brasilien
Unter dem Motto „Think Tech Forward – but Indigenous Rights first!“ veranstaltet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine Mahnwache zur Eröffnung der Hannover Messe 2026. Die Aktion findet am Sonntag, 19. April 2026, von 16 bis 19 Uhr auf der Grünfläche nordöstlich des Hannover Congress Centrums (HCC) statt. Die Menschenrechtsorganisation kritisiert, dass sich das diesjährige Partnerland Brasilien zwar als Vorreiter einer „grünen Transformation“ präsentiert, gleichzeitig jedoch indigene Gemeinschaften entrechtet und ihre Territorien für Rohstoffprojekte opfert.
Anlässlich des dritten Jahrestags des Kriegsbeginns im Sudan am 15. April haben das Center for Environmental and Social Studies (CESS Sudan) und die Menschenrechtsorganisationen Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und Pax for Peace bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin einen stärkeren Fokus auf die Konflikttreiber des Krieges gefordert. Sie betonen, dass europäische Unternehmen indirekt vom Krieg im Sudan profitieren. Zu den deutschen Unternehmen, die Gold aus dem Sudan beziehen, zählt laut einem neuen Bericht von CESS auch der deutsche Autobauer VW.
Am 15. April jährt sich der Ausbruch des bewaff neten Konfl ikts im
Sudan zum dritten Mal. An diesem Tag fi ndet in Berlin die dritte internationale Sudan-
Konferenz statt, die die Bundesregierung gemeinsam mit Großbritannien, Frankreich, den
USA sowie der Europäischen und Afrikanischen Union ausrichtet. Sie vereint drei
Elemente: ein Außenministertreff en, eine humanitäre Konferenz mit Finanzierungszusagen
und eine Zusammenkunft ziviler Akteure, um einen Friedensfahrplan auszuhandeln. Als
Netzwerk, von dem viele Mitglieder seit Jahren im Land Hilfsprogramme umsetzen, fordern
wir konkrete Schritte, um die Menschen im Sudan besser zu schützen und einem Ende des
Krieges, der vor allem die Zivilbevölkerung triff t, näherzukommen.
„Von ‚ethnischen Säuberungen‘ in Til Abyad gegen die Araber oder Turkmenen kann keine Rede sein.“
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) ist eine in London ansässige Organisation. Sie wird von Rami Abdulrahman geleitet, sammelt und veröffentlicht Informationen über Menschenrechtsverletzungen in Syrien.
Repressionen, Menschenrechte und die European Games in Aserbaidschan
Michaela Böttcher lebte in den Jahren 2013 und 2014 in Aserbaidschan. Im Gespräch erklärt sie, wie Aserbaidschan alle Kritik an Menschenrechtsverletzungen unterdrückt und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hatte.