Mongol*innen leben nicht nur in der heutigen Mongolei, sondern auch in den Nachbarländern ((China)) und Russland, wo sie eine Minderheit bilden. Vor allem in China droht die Kultur der Mongol*innen zu verschwinden. Staatliche Maßnahmen zielen darauf ab, ihre Sprache, Identität und Lebensweise systematisch zurückzudrängen.
Weltweit wird die Zahl der Mongol*innen auf 11 bis 12 Millionen Menschen geschätzt.
Mongolei: etwa 3,4 Millionen Einwohner*innen, die überwiegende Mehrheit sind ethnische Mongol*innen
China: 6,3 Millionen Mongol*innen (vor allem in der Inneren Mongolei)
Russland: 650.000 – 700.000 Mongol*innen
Deutschland: 7.000 bis 8.000 Mongol*innen
Zwangsumsiedlungen von Mongol*innen in China
In China leben die meisten Mongol*innen in der sogenannten Autonomen Region Innere Mongolei, die sie selbst Südmongolei nennen. Seit Jahrzehnten verändern Chinas Behörden dort gezielt die demografische Zusammensetzung. Sie siedeln systematisch Han-Chines*innen an. Gleichzeitig werden Mongol*innen massenhaft aus ihren angestammten Weidegebieten in städtische Sieldungen umgesiedelt. In ihrer eigenen Region sind die Mongol*innen dadurch nicht nur zu einer Minderheit geworden, sondern stehen auch vor dem Verlust ihrer kulturellen Identität.
Zu Beginn der Autonomie lebten lediglich etwa 200.000 Han-Chines*innen in der Region; die Mongol*innen stellten damals noch die deutliche Mehrheit der Bevölkerung. Im Jahr 2026 ist die Zahl der Han-Chines*innen auf über 18,9 Millionen angestiegen. Obwohl die absolute Zahl der ethnischen Mongol*innen heute bei etwa 4,25 Millionen liegt, machen sie nur noch rund 17,7 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.
Damit leben heute in der Inneren Mongolei zwar mehr Mongol*innen als im unabhängigen Staat Mongolei (circa 3,4 Millionen), doch ihr politisches und kulturelles Gewicht in ihrer eigenen Heimat ist durch die massive Überzahl der Han-Mehrheit (etwa 79 Prozent) fast vollständig geschwunden.
Mongolische Sprache wird verdrängt
Seit 2020 drängt die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) die mongolische Sprache systematisch zurück. Zuvor hatte sie die Zweisprachigkeit in der Inneren Mongolei lange unterstützt. Kindergärten in der Region unterrichten inzwischen nur noch auf Mandarin. Auch in den Schulen werden immer weniger Fächer auf Mongolisch unterrichtet. Wie in Tibet und ((Ostturkestan/Xinjiang)) will die chinesische Regierung die jüngeren Generationen der Mongol*innen mit aller Macht davon abhalten, die Sprache ihrer Eltern und Großeltern lesen und schreiben zu lernen.
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Mongol*innen, die sich der chinesischen Politik der Zwangsumsiedlung und Zwangsassimilation widersetzen, werden eingeschüchtert oder verhaftet. Mongol*innen, die ins Exil in die Mongolei geflohen sind, sind dort transnationaler Repression durch den chinesischen Staat ausgesetzt: China nutzt Interpol, um Aktivist*innen im Exil zu verfolgen, verhaften und auszuliefern zu lassen. Chinesische Polizist*innen nutzen Anrufe und Textnachrichten zur Einschüchterung und üben Druck auf die noch in der Inneren Mongolei lebenden Familien aus.
Durch diese Politik droht die Kultur der Mongol*innen in China für immer zu verschwinden. Die GfbV fordert ein Ende der Zwangsassimilation und der Zwangsumsiedlungen durch den chinesischen Staat sowie die Einstellung der Verfolgung mongolischer Menschenrechtsaktivist*innen.
Stand: Mai 2026
Autorin: Mirjam Kobold Redaktion: Sarah Neumeyer
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