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Yanomami

Blauer Pfeil

Die Yanomami sind eines der größten Indigenen Völker Amazoniens. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich über das Grenzgebiet zwischen Brasilien und Venezuela und umfasst dichte Regenwaldregionen, Flusssysteme und schwer zugängliche Waldgebiete. In Brasilien leben sie überwiegend im Yanomami-Territorium in den Bundesstaaten Roraima und Amazonas, einem der größten zusammenhängenden indigenen Schutzgebiete des Landes.

Yanomami: Indigenes Volk in Brasilien und Peru 

Die Yanomami leben in enger Beziehung zu ihrem Waldgebiet. Der Regenwald ist für sie Lebensgrundlage, spiritueller Raum und Quelle von Nahrung, Medizin und Wissen. Viele Gemeinschaften wohnen in großen, gemeinschaftlich genutzten Rundhäusern, den sogenannten Shabonos oder Yanos, andere in kleineren, dezentralen Siedlungen. Ihre Lebensweise basiert auf einer Kombination aus Wanderfeldbau, Jagd, Fischfang und Sammeln. Dabei verfügen die Yanomami über ein tiefes Wissen über die ökologische Vielfalt ihrer Umgebung.

Bedrohung durch illegalen Goldabbau

Seit Jahrzehnten sind die Yanomami massiven Bedrohungen ausgesetzt. Besonders zerstörerisch ist der illegale Goldabbau auf ihrem Gebiet. Tausende Goldsucher*innen sind in den vergangenen Jahren in ihr Territorium eingedrungen. Trotz staatlicher Maßnahmen halten sich weiterhin illegale Gruppen im Territorium auf oder kehren zurück. Für den Goldabbau wird häufig Quecksilber eingesetzt, das Gewässer und Fische vergiftet und damit die Gesundheit vieler Gemeinschaften gefährdet.

Die Folgen des illegalen Goldabbaus sind dramatisch: verseuchte Flüsse, zerstörte Waldflächen und Jagdgebiete, Lärm und Umweltzerstörung durch Maschinen und Flugzeuge sowie die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria. Besonders Kinder, ältere Menschen und isoliert lebende Gemeinschaften sind gefährdet. Hinzu kommen Berichte über bewaffnete Übergriffe, Einschüchterung, sexuelle Gewalt und Angriffe auf indigene Gemeinden.

In den vergangenen Jahren hat sich die humanitäre Krise im Yanomami-Gebiet stark zugespitzt. Fehlende medizinische Versorgung, Unterernährung und die Verbreitung vermeidbarer Krankheiten führten zu zahlreichen Todesfällen. Die Situation machte international deutlich, wie gravierend die Folgen staatlicher Vernachlässigung und unzureichender Schutzmaßnahmen für Indigene Völker sein können.

Seit 2023 haben staatliche Notfallmaßnahmen zu messbaren Fortschritten geführt, wie etwa ein Rückgang illegaler Bergbauaktivitäten und Verbesserungen in der medizinischen Versorgung. Die Lage bleibt jedoch weiterhin kritisch, und die grundlegenden Probleme bestehen fort.

Benki Piyãko. Foto: Eliane Fernandes / GfbV

Aktivist*innen riskieren weltweit ihre Freiheit, ihre Sicherheit – und oft ihr Leben. Der indigene Menschenrechtsverteidiger Benki Piyãko stellt sich seit Jahren mutig der Holzmafia im brasilianischen Regenwald entgegen. Durch sein Engagement befindet er sich in ständiger Lebensgefahr.

Er steht beispielhaft für Aktivist*innen weltweit, die starke, solidarische Verbündete brauchen.

Benki Piyãko. Foto: Eliane Fernandes / GfbV

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Recht auf Land, Gesundheit und Selbstbestimmung

Das Überleben der Yanomami ist untrennbar mit dem Schutz ihres Territoriums verbunden. Indigene Landrechte sind nicht nur eine Frage kultureller Anerkennung, sondern eine Voraussetzung für körperliche Unversehrtheit, Ernährungssicherheit, Gesundheit und politische Selbstbestimmung. Wenn indigene Gebiete wirksam geschützt werden, bleiben in der Regel auch Waldökosysteme besser erhalten.

Die Yanomami haben das Recht, über ihre Lebensweise, ihre Zukunft und den Umgang mit ihrem Territorium selbst zu entscheiden. Dazu gehört das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung bei Maßnahmen, die ihr Gebiet betreffen, ebenso wie der Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung, Bildung und staatlichem Schutz vor illegalen Eindringlingen.

Kampf der Yanomami für ihre Rechte 

Viele Yanomami-Gemeinschaften und ihre Organisationen setzen sich seit Langem mit großem Mut für die Verteidigung ihrer Rechte ein. Sie dokumentieren Übergriffe, machen auf Umweltzerstörung aufmerksam und fordern die konsequente Räumung illegaler Goldschürfer*innen aus ihrem Gebiet. Ihr Einsatz zeigt: Die Yanomami sind nicht nur Betroffene einer Krise, sondern politische Akteur*innen im Kampf für Menschenrechte, Klimaschutz und den Erhalt Amazoniens.

 Die Bedeutung des Waldes

Für die Yanomami ist der Wald weit mehr als eine Ressource. Er ist ein lebendiger Raum, mit dem soziale, kulturelle und spirituelle Beziehungen verbunden sind. Das Wissen über Pflanzen, Tiere, Böden und Jahreszeiten wurde über Generationen weitergegeben und ist Ausdruck einer eigenständigen Weltsicht. Angriffe auf den Wald sind deshalb immer auch Angriffe auf Identität, Gemeinschaft und Zukunft.

Der Schutz des Yanomami-Territoriums hat zudem globale Bedeutung. Intakte Regenwälder sind zentral für die biologische Vielfalt, den Wasserhaushalt und das Klima. Wer die Rechte der Yanomami schützt, trägt damit auch zum Schutz Amazoniens bei.

Forderungen der GfbV 

Um die Yanomami wirksam zu schützen, braucht es entschlossenes staatliches Handeln und internationale Aufmerksamkeit. Dazu gehören:

  • die dauerhafte Entfernung illegaler Goldschürfer*innen aus dem Yanomami-Territorium;
  • die Zerschlagung krimineller Netzwerke, die den illegalen Bergbau finanzieren und organisieren;
  • die medizinische Nothilfe für betroffene Gemeinschaften;
  • die langfristige Sicherung von Gesundheitsversorgung, Ernährung und Trinkwasser;
  • die kontinuierliche und langfristige Präsenz staatlicher Schutz und Überwachungsstrukturen im Territorium.

Stand: Juni 2026

Autor: Jan Königshausen
Redaktion: Sarah Neumeyer

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Ihr Ansprechpartner

Jan Königshausen

Jan Königshausen

Referent für Indigene Völker

E-Mail: j.koenigshausen@gfbv.de 

Telefon: +49 551 49 906 14

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