Nordsyrien: Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der Türkei gegen Afrin
Grün stellt die türkische Armee dar, Rot Assads Truppen und Gelb kurdische Kämpfergruppen. Vor dem Beginn der Operation Olivenzweig im Januar 2018 befand sich Afrin im gelben Einflussbereich. Bild: MrPenguin20 via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
# Infomaterial# Menschenrechtsreport# Syrien
Am 20. Januar 2018 leitete die türkische Armee die „Operation Olivenzweig“ gegen die syrisch-kurdische Region Afrin ein. Dieser Angriff in dem seit 2011 laufenden Bürgerkrieg bedeutete neues Leid, besonders für die Zivilbevölkerung. Bis zu 250.000 Menschen sollen die Flucht ergriffen haben, etwa 100.000 verblieben in der Stadt Afrin. Afrin wurde am 18. März 2018 von türkischen Truppen eingenommen. Die Einwohner wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Sie sind Schikanen, willkürlichen Verhaftungen und Plünderungen ausgesetzt. Insbesondere die Situation der Minderheiten verschlechtert sich Tag für Tag. Die humanitäre Lage war Anfang Mai noch immer katastrophal. Es mangelte an Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten.
Die Region in Afrin beherbergt verschiedene Nationalitäten, Religionen und Kulturen: Kurden, Araber, Yeziden, Christen, Alawiten, arabisch-sunnitische Flüchtlinge; auch einige wenige Armenier lebten bis zum Angriffskrieg gleichberechtigt in Afrin.
Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Gewalt ins benachbarte Litauen. Viele überlebten nur, weil sie sich als sogenannte „Wolfskinder“ allein durchschlugen. Ihr Leid wurde lange marginalisiert. Wir präsentierrn eine neue, dreisprachige Publikation (deutsch, englisch, litauisch), die den aktuellen Forschungs- und Rezeptionsstand erstmals vergleichend im europäischen Kontext zugänglich macht.
Die GfbV engagiert sich seit 2011 für die Wolfskinder. Mit ihrer Kampagne trug sie dazu bei, dass die Bundesregierung den Betroffenen 2017 ein besonderes Kriegsfolgenschicksal attestierte und Anerkennungsleistungen beantragt werden konnten. Diese Publikation soll das Bewusstsein für die langfristigen Folgen von Krieg und Vertreibung schärfen und eine Brücke zu gegenwärtigen Debatten über Kinderrechte, humanitären Schutz und gesellschaftliche Verantwortung schlagen.
Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.