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Aktuelles News & Artikel Tag der humanitären Hilfe (19.8.): GfbV kritisiert Versagen der internationalen Gemeinschaft im Sudan

Tag der humanitären Hilfe (19.8.): GfbV kritisiert Versagen der internationalen Gemeinschaft im Sudan

Zum Tag der Humanitären Hilfe am 19. August kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) das unzureichende internationale Engagement für die Menschen im Sudan. Seit Beginn des Krieges im April 2023 hat sich die humanitäre Lage dramatisch verschärft. Besonders Frauen und Kinder leiden unter den Folgen des Krieges.

„Seit Kriegsausbruch im April 2023 befindet sich der Sudan in einer Abwärtsspirale von Gewalt, Willkür, Krieg, Hunger und Krankheiten. Die Zahlen der UN und internationaler Hilfswerke zeichnen ein immer bedrohlicheres Bild. Doch ein gemeinsames politisches Handeln, das Menschenleben retten könnte, bleibt aus“, sagt Sarah Reinke, Geschäftsführerin für Menschenrechte bei der GfbV.

Die Menschenrechtsorganisation appelliert an die Bundesregierung, das deutsche Engagement für den Sudan zu verstärken. Während der Sudan-Konferenz in Berlin im April 2026 hatten internationale Geber 1,53 Milliarden Euro zugesagt. Von den von Deutschland öffentlich angekündigten 212 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Sudan seien nur 37,5 Millionen Euro für 2026 vorgesehen. „Herr Wadephul, erinnern Sie sich an Ihre gute Absicht, wirklich zu helfen, die Sie während der Sudan-Konferenz im April äußerten“, appelliert Reinke an den Bundesaußenminister. „Angesichts des enormen Ausmaßes des Leids im Sudan sind diese 37,5 Millionen Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein!“ Ein großer Teil davon sei bereits ausgegeben.

Beide Kriegsparteien im Sudan setzen Hunger als Waffe ein. Die Rapid Support Forces (RSF) zerstören Äcker, Lagerhäuser, Wassersysteme und Märkte. Die Sudanese Armed Forces (SAF) behindern den Zugang für humanitäre Organisationen. „Die Bundesregierung muss sich fragen lassen, wie sie ihren Einfluss auf die Kriegsparteien und deren Unterstützer wie die Vereinigten Arabischen Emirate nutzt, um diese Brüche des humanitären Völkerrechts zu beenden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, erklärt Reinke.

Besonders dramatisch ist die Situation laut Einschätzung der GfbV aktuell in Nord- und West-Kordofan. Tausende sitzen laut lokalen Medienberichten in der kleinen Stadt Ed Daein in West-Kordofan fest. Dort komme die Hilfe aus dem Südsudan nicht an. Die Hauptstadt Nord-Kordofans, El Obeid, war einer der im Juli und August am stärksten bombardierten Orte im Sudan. Die RSF greifen systematisch zivile Infrastruktur und die Bevölkerung an. Mehr als 605.000 Menschen, die in El Obeid und den umliegenden ländlichen Gebieten der Region Sheikan leben, brauchen humanitäre Hilfe. Mehr als 563.000 Zivilisten befinden sich in El Obeid selbst, darunter etwa 105.000 Menschen, die durch den Krieg aus anderen Teilen des Sudans vertrieben wurden. Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) warnt vor der unsicheren Lage rund um El Obeid. Immer mehr Menschen würden durch die Gewalt in der Region vertrieben. Die Hilfe reiche nicht aus und besonders Frauen und Kinder würden Opfer sexualisierter Gewalt.

Sarah Reinke

Sarah Reinke

Geschäftsführerin Menschenrechtsreferate

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E-Mail: s.reinke@gfbv.de 

Telefon: +49 551 49906 13