Unsere Publikationen bieten fundierte Informationen zu bedrohten Minderheiten, Indigenen Völkern und Menschenrechtsfragen: Reporte, Memoranden, Dossiers, Studien und Hintergrundanalysen.
Memorandum: Konflikte rund um Wasser
Konflikte rund um Wasser sind Thema eines 22-seitigen Memorandums, das die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Weltwassertages am 22. März 2013 veröffentlicht hat.
Die internationale Menschenrechtsorganisation zeigt darin anhand von 16 Beispielen aus aller Welt, dass vielerorts Ureinwohnergemeinschaften durch massive Eingriffe in den natürlichen Lauf von Flüssen oder durch das Einleiten oder Einsickern von Giftstoffen in Fischgründe und Grundwasser gefährdet sind.
Memorandum: 69. Jahrestag der Deportation der Tschetschenen
Für Tschetschenen und Inguschen erinnert der 23. Februar jedes Jahr an ihre kollektive Deportation nach Sibirien und Zentralasien durch die stalinistische Rote Armee 1944. Ein Drittel der Verschleppten kam dabei ums Leben. Erst nach dem Tod Stalins und der Geheimrede Nikita Chrustschows 1953 wurden die Tschetschenen rehabilitiert und kehrten nach und nach in ihre Heimat zurück. Das Trauma der Deportation lebt unter den Tschetschenen fort. Heute jedoch werden die Folgen der Kriege 1994-1996 und ab 1999 als schlimmer angesehen als die Folgen der Deportation.
Der Mapuche-Konflikt im Süden Chiles hat am Freitag, den 04. Januar 2013, neue Opfer gefordert. Bei einem Brandanschlag auf das Wohnhaus des Ehepaares Werner Luchsinger und Vivianne McKay auf der Farm Lumahue in Vilcún kamen die betagten Eheleute ums Leben. Bislang ist nicht geklärt, wer dafür verantwortlich ist. Ein Bekennerschreiben liegt nicht vor. Die Familie Luchsinger war Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Schweiz in Chile eingewandert und hatte 1906 den Grundstock für ihren heutigen Großgrundbesitz im traditionellen Gebiet der Mapuche gelegt. Die Mapuche erheben Anspruch auf dieses Land. Der Konflikt zwischen der Familie Luchsinger und der Landbewegung der Mapuche zeigt, wie weit in die Geschichte des Landes die Wurzeln der Auseinandersetzungen zurückreichen. Die Verbitterung aufseiten der Mapuche ist auch deshalb besonders groß, weil durch die Diktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990) eine unter seinem Vorgänger Salvador Allende (1970-1973) durchgeführte Landreform zurückgenommen und ihnen damit die Lebensbasis entzogen wurde. Sie leiden unter der Enteignung und der Auflösung ihres gemeinschaftlichen Landbesitzes bis heute. Entschädigt wurden sie nicht.
Die Bundesrepublik Deutschland wird von 2013 bis 2015 zum zweiten Mal dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) angehören. Für die Bundesrepublik Deutschland ist die Neuwahl ein bedeutender Prestigeerfolg. Er unterstreicht, wie sehr ihr Engagement für Menschenrechte weltweit geschätzt wird. Schon von Gründungsjahr des Gremiums 2006 bis 2009 war Deutschland in dem Rat vertreten.
Dieser Bericht stellt Hintergrundinformationen zur Geschichte und Identität der Tscherkessen, zur Lage in den Republiken im Nordkaukasus, zur Frage der Repatriierung und zur Situation der Volksgruppe in Syrien zusammen. Tscherkessische Verbände in Deutschland hatten die Gesellschaft für bedrohte Völker schon vor vier Jahren angesprochen und um Unterstützung gebeten. Vielfältige Kontakte auch nach Syrien und in den Nordkaukasus entstanden. Auf dieser Grundlage konnte vorliegender Bericht geschrieben werden.
Anhaltende Menschenrechtsverletzungen in Hamburgs Partnerstadt
Die EXPO-Weltausstellung in Schanghai wird von schweren Menschenrechtsverletzungen überschattet. In ihrem zweiten Menschenrechtsreport über Schanghai dokumentieren die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die Tibet Initiative Deutschland e.V., Regionalgruppe Hamburg mehr als 1.900 willkürliche Verhaftungen, die in Hamburgs chinesischer Partnerstadt zwischen August 2008 und August 2010 registriert wurden. Landvertreibungen für den Bau der EXPO tragen entscheidend zur katastrophalen Lage der Menschenrechte in der chinesischen Metropole bei.
Die kritische Berichterstattung zur politischen Entwicklung in Russland klammert nur allzu oft die Lage im Nordkaukasus aus. Dabei ist die Menschenrechtslage äußerst bedrückend. Verschwindenlassen von Zivilisten, systematische Folter in Untersuchungshaft und in Gefängnissen, Morde und Verfolgung sind an der Tagesordnung.
Arabische Israelis machen derzeit ein Fünftel der Gesamtbevölkerung von 7,5 Millionen Menschen in Israel aus. Ungefähr 80 Prozent dieser Gruppe sind sunnitische Muslime, neun Prozent sind Christen und neun Prozent Drusen. In der Unabhängigkeitserklärung von 1948 verpflichtete sich der Staat Israel dazu, all seinen Einwohnern ungeachtet von Religion, Rasse und Geschlecht soziale und politische Gleichstellung wie auch Religions- und Gewissensfreiheit zu gewähren.